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Wieder mal Weihnachten in Kambodscha

Donnerstag, Dezember 22nd, 2011

Bezüglich Weihnachten bin ich äusserst Konservativ. Zuerst Weihnachten im Familienkreis, dann Weihnachten bei Grossmami, dann Weihnachten mit Grossmutti. Anders gehts nicht. Volles Programm vom 24. bis zum 26. Und wenn ich mal Heirate wird das meine Frau mitmachen müssen. Oder auch nicht. Jetzt hat sich sowiso alles verändert. Weihnachten bei weihnächtlichen 30 Grad warten auf uns. Von Familie keine Spur. Halloooooooo wo seeeeeeeeit iiiiiiiiiiiiihr?? Ok, zumindest wird Marys Schwester in 24 Stunden bei uns ankommen. Somit sind wir schon fast eine kleine Familie. Ich habe das Gefühl, im Ausland zu leben lässt konservatives Denken nicht zu. Hier ist ja alles anders. Alles? Nicht ganz. Der Weihnachtsstress bleibt uns erhalten. Es geht mächtig zu und her bei Web Essentials. Nach einer ruhigen Phase werden wir im Moment von Anfragen überschüttet. Was speziell für mich einen haufen Arbeit und viele Überstunden bedeutet. Verträge, Konzepte, Meetings, Skype Meetings, Interne Besprechungen, Absagen und Zusagen, Weihnachts event, Kunden Weihnachten, etc. Eine riesige Achterbahn.
Auch Kambodscha, zumindest Phnom Penh, bereitet sich auf Weihnachten vor. Die Zahl der aufblasbaren Christmas Men hat sich sicherlich verdoppelt. Das Arsenal an Plastikutensilien und Schmuckstücken vervierfacht. Und mein Weihnachtsbaum zu Hause ist noch viel schöner als letztes Jahr. Sogar die Palmen auf meinem Balkon haben etwas Bling Bling abbekommen.
Im Moment hat sich aber bei mir vieles Beruhigt. Ich freue mich sehr auf meine Hochzeit. Obwohl noch vieles im Ungewissen ist. Selbst die Airline die wir gebucht haben ging bankrott. Aber wir sind zuversichtlich, dass schlussendlich alles klappen wird.
Heute Abend feiern wir ein wenig früher Weihnachten im Kreise unserer Schweizer und Deutschen freunde. Ein Kambodschaner wird für uns ein Festessen zubereiten. Wir freuen uns.
Ich hoffe ihr seid alle bereit für Weihnachten. Ich wäre noch so gerne mit euch. Vielleicht nächstes Jahr, oder sonst irgendwann.

Es weihnachtet sehr

Donnerstag, Dezember 9th, 2010

Mit der Weihnachtsstimmung ist es so eine Sache in diesen Breitengraden. In der Schweiz ist es immer so einfach. Erst ist es Chilbi, dann Herbstmesse, dann Stadtlauf und dann hängen ja schon die ersten Lichter über den Strassen und an den Bäumen. Dieses Jahr hat es sogar geschneit, dass auch die langsamsten gemerkt haben, dass es in Richtung Weihnachtszeit geht. Temperaturtechnisch könnte man behaupten, dass die Temperaturen auch hier auf winterliche 30 Grad gesunken sind. Der 24/7 Laden hat einen aufblasbaren Santaclaus vor die Türe gestellt. Leider funktioniert der Aufblasmechanismus nicht so richtig. Mittlerweile stehen sogar vereinzelnde Plastikbäume in den Einkaufszentren. Oh, und das Personal der hiesigen Kaffeekette wird dazu gezwungen Filzkappen zu tragen und den ganzen Tag Jingle bells zu hören. An sonsten alles beim Alten. Da muss ich doch was ändern. Die erste Starthilfe ist von zu Hause gekommen. Denn Olivia hat mich als erstes mit Weihnachts- und Messe Sachen eingedeckt. Yummie.

mein Weihnachtsbaum

Zwei Advendskalender, ein Weihnachtsgeschenk, das natürlich noch nicht geöffnet wurde, und 2 Rentiere sind bereit. Jetzt muss nur noch der Weihnachtsbaum her. Nach einigen ernüchternden Suchaktionen bin ich endlich auf wunderschöne Plastikbäume gestossen. Gezwungenermassen musste ich gegen alle Regeln des Geschmacks verstossen. Keine andere Wahl. Sprich… blinkende Lichterketten, glänzende Lametta und kleiner Schnickschnack der an meinem Baum hängt. Herrlich, erinnert mich irgendwie an einen indischen Laden zu Hause (siehe Illustration)

Barbara hat, bevor sie vor einigen Monaten leider nach Hause gegangen ist, ein Tupperware voll Hefe hier gelassen. Deshalb kam mir die Idee, dass ich Grättimänner backen könnte. Schliesslich wartet die letzte Englischstunde mit meinen Lehrlingen auf mich und ich könnte hiermit eine spezielle Abschlusslektion gestalten. Das Problem: Ich habe seit Jahren keinen Hefeteig mehr gemacht. Zumindest nicht erfolgreich. Also habe ich das Internet konsultiert. Scheint einfach zu Sein. Nach einigen Shoppingtouren habe ich sogar alles gefunden, mit Ausnahme des Körnchenzuckers. Aber das lässt sich verkraften.
Also um jegliche Pannen zu vermeiden um herauszufinden ob ein Grättimann in Phnom Penh möglich ist, mache ich mich ans Werk mit einem Test-Teig. Bunny war mit mir. Er hat noch nie einen Teig gemacht und hat fleissig geknetet. Leider umsonst. Mir hat niemand beigebracht, dass zu heisse Milch nicht gut für die Hefe ist. Folglich ist der Teig um keinen Kubikmilimeter aufgegangen. Schade. Also startete ich einen zweiten Teig. Einen Vorteil haben wir hier: Es heisst im Kochbuch, dass man den Teig an einem warmen Ort aufgehen lassen soll. Ein warmer Ort? Kein Problem… Nach einem Mittagsschläfchen die grosse Überraschung: Der Teig ist riesig aufgegangen. Manchmal können kleine Dinge extrem Freude bereiten. Aber jetzt das nächste Problem: Ich habe gar keinen Ofen. Aber Maggie hat einen. Folglich packte ich die Schüssel mit dem Teig und eine Tasche voll anderen Zutaten auf mein Fahrrad (Ja, mein Motorrad war an diesem sehr komischen Tag auch nicht im Fahrzustand). Ich will jetzt nicht noch genau darauf eingehen was alles schief gegangen ist, bis ich fertig war. Aber das Resultat rechtfertigte eine beinahe-Ofenexplosion und die vielen Haare die mir sonst ausgefallen ist.

Wenn ich überlege, wie oft ich schon von gut aussehenden, selber gebackenen Grättimännern endtäuscht worden bin (zu salzig, zu wenig Salz, zu viel Hefe, etc) war ich umso mehr von meinem Produkt überrascht (vielleicht liegt das an meinen niederen Erwartungen?) Ich war bereit. Es konnte losgehen.

Grättimännerproduktion
Grättimännerproduktion

Aufgrund eines Zeitengpasses hatte ich nur 1 ½ Stunden Zeit mit 6 Schülern. Um sieben Uhr Morgens habe ich mich mit Martin getroffen um den ersten Teig vorzubereiten. Nach unserem Frühstück sind die Schüler eingetroffen und der Teig war bereit. Nach einer kurzen Einführung was ein Brot ist und was ein Grättimann ist konnte das Schnitzen losgehen. Ok, ich muss zugeben, sie wussten was Brot ist. Beine, Arme, Augen, Zehen, Eigelb, super. Das Ganze in den Ofen. In der Zwischenzeit bereiteten wir zusammen einen zweiten Teig vor. Das hatte zwei Vorteile: die Trainees lernten wie man einen Teig macht und bekommen somit den ganzen Prozess mit, und zweitens war nun Teig für mich bereit, der Später zu Grättimänner für das Schweizertreffen am Abend von mir umgewandelt wurden.

Unser Resultat

Folgende Schlussfolgerung kann ich dem nach ziehen:

Ich bringe erfolgreich Weihnachtsstimmung nach Phnom Penh, ich weiss wie man Grättimänner macht, habe jedoch genug davon für die nächsten 350 Tage, ich bin kein Englischlehrer mehr, Schnee ist in Phnom Penh äusserst selten und zwischendurch wünschte ich mir mit meinen liebsten gemütlich in der Geheizten Stube am Tisch zu sitzen und ein Racelette zu geniessen.

Ich hoffe ihr alle könnt eure Weihnachtszeit geniessen.