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Wieso eigendlich Freiwillig?

Samstag, November 6th, 2010

Vor einem Jahr steckte ich mitten in den Vorbereitungen für meinen Einsatz in Kambodscha. Die Kündigung war unterschrieben, der Flug gebucht, der Countdown läuft. Da war aber noch diese eine Frage, kann ich dieses Jahr finanzieren? Kritische Stimmen fragten mich, wieso ich mich auf so etwas einlasse. Eine Arbeit in einem fremden Land ohne finanzielle Unterstützung. Eine gute Frage. Und ich muss zugeben: Ich wusste es auch nicht so genau. Ich wusste einfach dass es gut ist. Nachwirkend muss ich sagen, genau der Fakt, dass ich abhängig von Menschen zu Hause bin, hat mich dazu gebracht mit ganz vielen Menschen ganz intensiv über mein Vorhaben zu sprechen. Das Resultat? Überwältigend. Überwältigend nicht aus finanzieller Sicht. Überwältigend auf Grund der riesigen Unterstützung die mir zugesprochen wurden von so vielen Menschen. Von meiner Familie, meinen Freunden, Kirche, Firma, Freunden von Freunden, etc. Und als ich im Flugzeug in Richtung Phnom Penh gesessen bin, wusste ich, dass es gut ist.
Hier in Kambodscha arbeiten viele Ausländer auf ganz verschiedene Art und weisen. Leute die ins Land kommen um ein Geschäft aufzubauen. Viele der hiesigen Kleiderfabriken sind in den Händen von Koreanern. Viele Koreanische und Malaysianische Investoren machen in diesem Land Geschäfte. Viele Organisationen sind am Werk. Geschickt von verschiedenen Regierungen oder als Non Profit Organisationen. Jede Organisation hat ihre Mission, ein Ziel. Die Arbeitsweisen sind völlig unterschiedlich. Die Akzeptanz untereinander ist manchmal mehr, manchmal weniger loyal.
Es gibt viele Menschen, die gutes Geld hier verdienen in dem sie sich für die Entwicklung des Landes einsetzen. Gewisse Organisationen können sich riesige Gebäudekomplexe, umzäunt von grossen Mauern leisten. In Kambodscha haben NGOs sogar eigene Nummernschilder (Blau). Da frage ich mich, hätte ich es finanziell nicht besser anstellen können?
Aber ich denke ich habe eine gute Wahl getroffen und würde es wieder so tun. WEC ist 100% fremdfinanziert. Unsere Kosten sind von Spendern auf der ganzen Welt finanziert. Jeder freiwillige Mitarbeiter wird von zu Hause unterstützt. Und ich spreche hier von Leuten, die zum Teil schon seit 15 Jahren hier sind.
Reich werden Freiwillige in der WEC nicht. Aber das ist auch gar nicht das Ziel. Ich habe mir überlegt, was es denn so attraktiv macht, abhängig von anderen Menschen zu arbeiten. Die Antwort habe ich in den ersten Zeilen geschrieben.
… Irgendwie bin ich gerade nicht fähig weiter zu schreiben. Tönt irgendwie so, als ob ich mich rechtfertigen will. Aber ich möchte nur ein paar Gedanken teilen, die mir immer wieder im Kopf herum schwirren.
Diese Unterstützungen bringen Abhängigkeit und Verantwortung. Aber genau diese Abhängigkeit gibt mir persönlich die Freiheit hier zu Arbeiten und zu wissen, dass es gut ist. Und ich spreche hier nicht nur von den finanziellen Unterstützungen. Nein, es geht um jede Person, die einen Blogartikel liest, eine Email schreibt, das Telefon abnimmt, wenn ich mitten am Tag anrufe, für mich betet, über mich spricht, and mich denkt, oder mir auf Facebook ein „gefällt mir“ gibt.
Irgendwie habe ich das Gefühl diese Zeilen tönen ein wenig depressiv. Ich hoffe ich liege falsch. Ich habe zwar eine relativ schwierige Woche hinter mir. Die Arbeit mit Choeun erweist sich als sehr schwierig im Moment. Und manchmal ist der Blick auf meine Erfolgs Statistik relativ ernüchternd. Dennoch bin ich extrem dankbar dass ich hier bin. Und das wäre nicht möglich, ohne all die Unterstützung, die von allen Seiten kommt. Unwichtig in welcher Form. Und genau deswegen kann ich sagen, dass es gut ist, dass ich als nicht verdienender Voluntär hier bin.
Fakt ist, dass ich seit ich hier bin, noch nie richtig Heimweh hatte. Und ich bin mir sicher, dass das sehr stark damit zusammenhängt, dass ich diesen Rückhalt von zu Hause spüre.
Es bewegt sich hier viel. In meinem Leben und in den Leben der Menschen um mich herum. Ich hoffe in eurem Leben auch =)
BTW: Nächste Woche bekomme ich Besuch von Olivia, Nicole und Yves. Ich freue mich riesig euch in meinem jetzigen Zuhause herumzuführen!

Medical Checkup Experince

Freitag, Februar 12th, 2010

D’WEC Cambodia isch aagfroggt worde, öb si e Medical Checkup chönnte unterstütze als Übersetzer. Ich bi gfroggt worde öbi mitgo will und ha natürlich die Chance e moll uffs Land uuse zgo gnützt.
Uff em Land isch alles nomoll anders. So vill Iidrück. Irgendwenn sind mer vo dr Hauptstross ab und sind uff emne Schotterströssli zwüsche de Ryysfälder duuregfahre. D’Ryysfälder sind im Momänt die meiste troche und bruun, will grad Trochezyt isch. Uff eimoll foots widr aa mit hüser links und rächts. Jedes Grundstück hett e Art Vogelschüchi am Iigang befeschtigt. Das dient dezue s’Huus vo böse Geister zschütze. Sicher 10 Minute lang sind mer durch das Dorf gfahre. Denn sind mer zum Dorfzentrum gstosse. Dört warte scho öppe 300 Khmer uff Plastikstiehl unter emne Zält. Kurz druffabe sind denn die Koreaner aacho. E ganze Car voll. Uff eimoll schwärme lutter Koreaner in Griene T-Shirt uss däm Car use. Kinder, Jugendlichi, Erwachseni. Si fönd afo Sache usspacke, umeschleppe, uffbaue etc. Und innerhalb vo ere Halb Stund isch uss däm Gmeindszentrum e Halb-Openair-Spital entstande. E Zahnarzt, e Chline OP, E Ruum zum Bluet untersueche, Ärzt für Sprächstund, E Apothek, E Checkup.
Denn hetts also aagfange. D’Lütt sind sich an de erschte 2 Tisch go aamälde und händ verzellt was ene fählt. Denn händ si e Nummere und e Zettel kriegt wo alles druffstoot was si grad gseit händ. Als nöchst isch d’Temperatur, Bluetdruck und Puls gmässe worde am Tisch näbe dra (Und die räschtliche Lütt sind e paar Meter devo wäg gsässe, das hett alles unter emne Dach statt gfunde, also sone Art offeni Halle (keini Wänd). Denn sind si vo mir und dr Michèle einzeln zur eigendliche Station brocht worde. Dört sind si vo de Koreanische Mitarbeiter widr in Empfang gno und in die verschidene Praxene oder Rüüm Iigwiise worde. Nach ihrer Behandlig händ si in dr Apothek ihri Pille dörfe go hole. Jetzt für was hetts do d’WEC bruucht? Die Koreaner chönne nur Koreanisch und änglisch. D’Khmer chönne nur Khmer. Und d’WEC Missionare chönne änglisch und Khmer. Folglich sind unseri lütt de verschiidene Ärzt zur sitte gstellt worde zum hälfe übersetze. Zerscht bini mer e chli verlore vorcho, willi nid wirklich gwüsst ha was mache, will ich weder Khmer no Koreanisch cha. Wie scho gseit hani denn aber d’Lütt vom Checkup zur Behandlig eskortiert. Es isch mega spannend und interessant gsi. Die alte Fraue sind unglaublich gsi. Alli mega dünn und zerbrächlich, aber trotzdäm irgendwie robust und immer mit emne riise Lache im Gsicht. Am Mittag sind die erschte 200 Lütt behandlet worde. Denn hetts zmittag gä. D’Koreaner händ Sushirollene mitbrocht gha. Isch no speziell gsi.
Am Nomidag sind scho die nöchste 300 parat gsi. Denn hett s’ganze nomoll vo vorne aagfange. Mir händ lütt hi und här eskortiert bis mer unseri Fiess nümm gspürt händ. Dezue muess no erwähnt wärde, dass d’Koreaner für d’Kinder no e Spiilprogramm organisiert händ mit Fuessball, Spiili, Theater etc etc. si händ dene Kinder die Spiil biibrocht, ohni dass si nur ei Wort Khmer händ chönne und es hett klappt.
S’Resultat vo däm oobe sind öppe 500 behandleti Khmer gsi, öppe 20 Operatione, meh als 50 zogeni Zähn. Mir hett dr Kolleg wo em Zahnarzt hett miesse assistiere e chli leid do. Dä hett das alles müesse mit aaluege. Aber är hetts guet überstande.
Zu dene Koreaner: Wennis richtig verstande ha isch das e Kirchgmeind wo jedes joor einisch für e Wuche uff Kambodscha chunnt, zum in das Dorf dä Checkup go mache. Jede hett sini Rolle gha in däm Gfüeg und das hett bestens funktionert. Ich bi wirklich sehr skeptisch gsi, woni die Koreaner gse ha, alli im gliche Tshirt, ussgrüstet wie d’Japaner wo z’Luzärn umewatschle, aber wie scho gseit. E unglaublichi Aktion isch das gsi. Für mi isch dä Tag e riise Erfahrig gsi woni nümm so schnäll wird vergässe. Sobaldi d’Fötteli ha wirdi si denn ind Gallerie stelle.

Weekend

Samstag, Januar 30th, 2010

So villi vo euch sind vermuetlich erscht grad vom Ussgang hei cho, anderi vermuetlich scho lang im Bett, Ich ha grad zmorge (Banane, e Frucht woni de Name nid weiss, Rhambutan und Kaffi) gha und gniess die süesse Kläng vo ere Asiatische Stadt (Ha links, rächts, vorne und hinde vom Huus e Baustell. Zwüscheduure fahrt e Tuktuk mit Megaphon verby wo sini Ware aapriist :D :D)

Gescht hani alli Mitarbeiter vo dr WEC dörfe kennelehre. Also vo de Langzit Missionare wo do sind hani jo scho die Meischte dörfe kennelehre. Mir sind e bunt durchmischts Team mit Südafrikaner, Brasilianer, Schwizer, Franzose, Australier, Koreaner und Neuseeländer. Das isch mega spannend. Und gescht sind alli zämmecho, inklusiv allne Iiheimische Jugendliche wo an de verschiidene Projäkt teilnämed und mitschaffed.

Ei Teil vo dr Arbet wo d’WEC do macht sind genau die Workshops. Es gitt 4 vo dene. E Schnyderei, e Metallwärkstadt, e PC Support Zenter und jetzt ganz neu e chlins Restaurant. D’Idee dehinter isch, dass me mit dene Jugendliche do zämme öppis uffbaut und zum laufe bringt und am laufe bhaltet. De wichtigschti Punkt isch, dass bi dene Workshops Jugendlichi d’Chance händ, e aaständige Bruef zlehre. Will e Lehr, so wie mir si kenne gitts do nid. Do gitts eigendlich nur Schuele und Universitäte, wo nid wirklich de Hit sind.
Mini Uffgob in däm ganze Gfüeg wird si, dass ich de Choeun (Das isch dr Leiter vom Support Zentrum) Begleite und berote due. Dass ich cha für sini 4 Mitarbeiter und 3 Lehrling (Wo nöchst Wuche afönd) cha unterstütze und dassi das ganze Projäkt Supervise due. Das tönt für mi nach ere riise Challenge. Will die lütt sind au nid ufe Kopf gheit. Aber de Martin isch felsefescht devo überzügt, dassi genau das mitbring wo do bruucht wird. Vo däm här bini sicher, dass das guet chunnt.

Nöchst Wuche gangi mit em Choeun uff Malaysia e mögliche Gschäftspartner go bsueche. Das wird spannend, unter anderem will dr Choeun no nie mit em Flugi greist isch. Und Kuala Lumpur isch sicher au e super spannendi Stadt.

Ich mäld mi denn widr wenni zrugg bi. Hebets guet.