Schule

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Abschlussprüfungen

Dienstag, August 7th, 2012

Doch, die gibt es tatsächlich. Abschlussprüfungen. Am Ende des 12. Schuljahres gehts ans Eingemachte. Es werden Fragen gestellt in 13 Fächer. Kambodschanische Geschichte, Geografie, Biologie, Chemie, Mathematik, Englisch, Wissenschaften, Ethnologie, usw. In Khmer und Mathe gibt es je 100 Punkte zu holen, in den anderen Fächer je 50. Das ganze Land führt diesen Test an den selben zwei Tagen durch. Die selben Fragen werden gestellt in jeder Schule. Dieser Test ist wegweisend für die jungen Kambodschaner. Er entscheidet ob der Schüler weiter an eine Universität kann oder nicht. Viele Kambodschaner schaffen es gar nicht bis zur High School. Sie müssen schon während der Primar oder Sekundarschule aufhören zu lernen, weil sie es sich nicht leisten können. Die Schule ist in Kambodscha eigentlich gratis bis zum 12. Schuljahr, dennoch werden die Lehrer sehr schlecht bezahlt und erheben lern gebüren, die die Schüler regelmässig abliefern müssen. Viele Eltern mit drei oder mehreren Kindern können sich das nicht leisten. Viele Eltern nehmen auch ihre Kinder aus der Schule, damit sie bei der Arbeit auf den Reisfeldern oder auf dem Markt aushelfen können. Viele Organisationen versuchen Eltern zu ermuntern, dass sie ihre Kinder zur Schule senden um sicher zu stellen, dass sie dann später eine gute Ausbildung erhalten. Aber dennoch werden viele Kinder von der Schule abgezogen.
Im Gespräch mit meinen Mitarbeitern habe ich herausgefunden, dass die lernmotivation auf der High School nicht sehr hoch ist. Während den stunden wird geschwatzt, telefoniert, etc. Und den Lehrer kümmert es nicht wirklich. Andere Schüler sind nur teilzeit anwesend, weil sie sich neben der Schule auch noch um ihre Familie kümmern müssen. Dementsprechend schlecht sind die Schüler auf den Abschlusstest vorbereitet. Dennoch bestehen viele Schüler die tests. Warum? Die Schlüssel zum Test kommen im Voraus in den Umlauf. sie werden kopiert, verbreitet und verkauft. Bis zu 300$ legen Schüler auf den Tisch um einen Schlüssel zu erhalten. Die copy shops um die Schulen herum machen einen reissenden Umsatz in diesen Tagen. Früher würden die Strassen um die High Schools grossräumig abgesperrt und die Copyshops wurden geschlossen. Heute sieht es anders aus. Die Copyshops sind offen. Tag und Nacht. Sie machen das Geschäft des Jahres.
Den Aufpassern in den Klassenzimmern wird etwas zugesteckt, damit sie sich nicht all zu sehr auf das spicken achten.
Das schwindeln für Prüfungen ist hier zu Lande schon fast eine Kultur. Aber ist das zu rechtfertigen? Viele können sich nicht leisten ein weiteres Jahr in der Schule zu verbringen. Andere haben Angst, sie könnten das Gesicht verlieren, wenn sie auf der “durch gefallen” Liste stehen würden.
Jedoch hat dieses Phänomen seine Konsequenzen. Einmal bestanden treten viele Schüler in die Universität ein, obwohl sie völlig unterqualifiziert sind. Natürlich gibt es dann auch wieder Lösungen um sich durch die Universität durchzuschleichen, aber später hat das auch Auswirkungen auf das Berufsleben und die hiesige Wirtschaft.