Phnom Penh

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Valentinstag in Kambodscha. Love is in the air! Oder auch nicht.

Mittwoch, Februar 15th, 2012

Ja tatsächlich hat der Valentinstag hier in Kambodscha, oder zumindest in Phnom Penh einen riesigen Stellenwert. Bon Sang-Sa (Schatzeli-Fest) oder Bon Ney Kdey Srolang (Fest der Liebe) wird der 14. Februar hier genannt. Ein riesiges Marketingspektakel zeichnet sich schon mehrere Wochen vor dem 14. Februar ab. Besonders beliebt sind riesige Stofftiere, Hello Kitty Accessoires und eigentlich alles was pink und rosarot ist.
Doch es liegen Sorgen in der Luft. Vor einiger Zeit habe ich in einem Beitrag über Beziehungen hierzulande erzählt: http://chrisincambodja.ch/2010/09/love-message/
Die Verwaltung und Eltern machen sich sorgen am Valentinstag. Teenager bleiben von der Schule Fern weil die Schüler mit ihren Honeys lieber in Shopping Malls gehen für einen Romantischen Tag (Shopping Malls sind das non plus Ultra hier). Und Singles gehen nicht zur Schule, weil ja sowiso niemand dort ist.
Schwieriger wird es wenn es um die Erwartungshaltungen von jungen Herren an ihre Honeys geht. Viele freuen sich auf ihr erstes Mal an diesem magischen Tag. Ob das ein Problem ist, ist eigentlich Ansichtssache, aber hier in Kambodscha ist es deutlich gegen die Traditionellen Vorstellungen, wenn er und sie eine sexuelle Beziehung haben vor der Ehe. Doch die Gästehäuser spüren die Möglichkeit und bieten Ihre Räume zu besonders günstigen Stundentarifen an. Ich lernte, dass am Valentinstag reihenweise Mädchen ihre Unschuld verlieren. Minderjährig, vor der Ehe. Mädchen versuchen sich noch stärker an die Traditionen zu halten. Schlussendlich haben sie auch mehr zu verlieren. Aber viele Jungs machen Druck und stellen ihre Mädchen vor der Wahl. Sex oder Trennung.
Dieses Jahr hat die Regierung präventive Massnahmen vorgenommen. Gästehäuser wurden angehalten, Teenager auf Ihre Volljährigkeit zu prüfen und wurden darauf vorbereitet, dass es zu Razzien kommen wird. Blumenstände rund um Schulen wurden verboten. Schüler die in der Nacht noch herumgeschlichen sind wurden von der Polizei nach Hause gseschickt. Schüler tragen Uniformen und sind von dem her erkennbar.
Sogar der Ministerpräsident hat seine Bedenken wegen dem Bon Sang Sa ausgedrückt.
Und Schulen haben Prüfungen für den 14. Februar angesagt, um die Schüler davon abzuhalten an diesem Tag fern zu bleiben.
Scheinbar haben die Vorkehrungen Wirkung gezeigt. Aber dennoch war Phnom Penh gestern im Ausnahmezustand. Und ich will das nicht nur als negativ bezeichnen. Die Strassen waren voll mit Autos, die Restaurants voll mit Besuchern. Fast jeder hatte etwas zu feiern gestern. Blumenverkäufer verkauften ihre Rosen für einen Dollar (normalerweise für 0.25$ zu haben). Love was in the air.
Junge Kambodschaner dürfen ihre Partner normalerweise selbst aussuchen (es gibt Familien, die arrangieren die Ehen ihrer Kinder) Aber im grossen und ganzen ist das Land noch sehr konservativ. Ganz im Kontrast zum Valentinstag. Einerseits ist es schön, das Land in einem derart ausgelassenen Zustand zu sehen, anderseits ist es schwierig zu beobachten, wie sich junge Leute blind einem Marketing Gag (Für mich ist der Valentinstag nichts anderes als Marketing) hingeben und dabei Entscheidungen treffen, die ihr Leben grundsätzlich verändern können. Wie gesagt können die Konsequenzen speziell für Frauen gnadenlos sein.
Love is in the air, oder auch nicht. Wie auch immer, ich habe mich dazu entschieden den Valentinstag auf die restlichen 364 Tage im Jahr zu verschieben :)

Hier ein interessanter Bericht: http://www.phnompenhpost.com/index.php/2012021454496/National-news/a-vigilant-valentines.html

Dominik und Rebecca und Web Essentials auf Radio DRS

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Radio DRS hat eine Dokumentation über das Leben am Mekong veröffentlicht. Auf ihrem Weg sind sie auch bei Web Essentials vorbei gekommen.

Hier findet ihr diese interessante Dokumentation:

http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/atlas/2613.sh10197728.html

Kurz vor der Mitte beginnt der Teil mit Dominik und Rebecca. Ich hoffe dieser kurze Bericht gibt euch einen weiteren Einblick was es heisst in Kambodscha zu leben und zu arbeiten.

Viel Spass

Kulturschock Singapur

Mittwoch, Juli 27th, 2011

Wenn ich von der Schweiz nach Kambodscha fliege dauert die Reise seine Zeit und irgendwie hilft das den kulturellen Unterschied zu verstehen. Lange Reise, neue Kultur, alles klar. Dieses Wochenende sind wir nach Singapur geflogen. Wir waren an eine Hochzeit eingeladen. Wir haben diese Gelegenheit genützt um ein Verlängertes Wochenende in diesem Land oder dieser Stadt zu verbringen.
Der Flughafen Phnom Penh ist etwa 10 Minuten ausserhalb der Stadt. Es handelt sich um einen kleinen Provinzflughafen, gegen den der Flughafen Basel fast schon übermächtig erscheint. Phnom Penh wird aber dennoch von allen grösseren umliegenden Städten angeflogen. Das Grösste Flugzeug dass hier landet ist eine Boeing A340-300 mit einer Passagierkapazität von 275 Personen von Paris. Der Rest sind kleinere Flugzeuge mit nicht mehr als 150 Reisenden. Der Flughafen wird wegen dem steigenden Interesse und der wachsenden Bedeutung von Phnom Penh ständig ausgebaut. Von dem her ist es immer eine kleine Überraschung was wohl neu gemacht worden ist seit ich das letzte Mal am Flughafen war. Dieses mal waren es etwa 4 Shops die neu aufgemacht haben.
Mit einer kleinen Verspätung sind wir dann in Singapur angekommen. Dieser Flughafen ist ein wenig anders. Von der Grösse her kaum zu übertreffen. Viele von euch waren vielleicht sogar schon dort. Der Changi Airport ist wie eine kleine Stadt mit Hotels und Zugverbindungen innerhalb der Checkin Zone. Naja, auf das war ich vorbereitet. Und ich wusste auch, dass sich Phnom Penh nicht so einfach mit Singapur vergleichen lässt. Aber dass sich die Unterschiede so krass herauskristallisieren hätte ich nicht gedacht.
Wir wurden abgeholt. In einem schönen, glänzendem, neuen Toyota sind wir auf sauberen Strassen mit Bäumen links und rechts sind wir in Richtung Wohnquartier gefahren. Singapur legt bekanntlich viel Wert auf sein äusseres. Die Autobahnen wie Gärten aufgezogen, die U bahn ist Top Modern und Klimatisiert. Die Kambodschanische Regierung investiert nicht sehr viel Geld für das öffentliche Interesse. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass die Strassen auf denen wichtige Leute transportiert werden (z.B. Vom Flughafen zum Regierungsgebäude) in sehr gutem Zustand sind. Doch die anderen Strassen finden nicht sonderlich viel Beachtung. Brücken und grössere Strasseninvestitionen werden von anderen Ländern gesponsert. Darum haben wir eine Japanese Bridge. Die Fähre wurde von Finnland gestiftet, das Spital wurde von Russland auf die Beine gestellt und wird mit Hilfe von Organisationen auf den Beinen gehalten.
In Singapur werden selten Wohnungen vermietet. Man kauft Wohnungen von der Regierung oder von privaten Eigentümern. Die Regierung subventioniert die Landpreise damit die Wohnungen auch für Nicht-akademiker erschwinglich werden. Jedoch habe ich das Gefühl, dass die Nicht-Akademiker in Singapur nicht wirklich einen Platz haben. Die Kinder werden systematisch zu hoch produzierenden Master Schulabgänger erzogen. Für schlichte Arbeiten importiert Singapur Arbeiten aus anderen Länder für einen beschränkten Zeitraum.
In Kambodscha gibt es keine Subventionen. Jegliche Form von Unterstützung kommt von den NGO’s.
In Singapur sind wir in der Zukunft angekommen. Zumindest Architektonisch. Hochhausarchitekten toben sich in Singapur aus. Noch höher, noch verrückter, noch neuer, noch mehr Shopping Malls. Ich denke es ist eine Frage der Zeit bis alle Shopping Malls unterirdisch verbunden sind. Und in Kambodscha gibt man sich auch die grösste Mühe. Der höchste Turm befindet sich im Moment leider im Baustopp. Dem Bauherrn sind die Finanziellen Mittel ausgegangen. Jedoch hat der Spatenstich zu einem andern höchst ehrgeizigen Projekt angefangen. Phnom Penh floriert auf seine Art. Doch der wachsende Wohlstand macht sich sichtbar, denn immer mehr Menschen können sich Autos leisten. Dem Entsprechend sind die Strassen immer übler verstopft, weil ein Auto nimmt den Platz von etwa 4 Motorrädern ein. Und es kümmert sich niemand um neue Strassen.
In Singapur sind die Anzahl Autos vom Staat limitiert. Um sich ein Auto zu kaufen braucht man eine Bescheinigung und von diesen Bescheinigungen gibt es nur eine beschränkte Anzahl, die jährlich zur Verfügung gestellt und verlost werden.
Dieser Bericht soll kein Frustrationsschreiben sein. Aber dennoch schmerzt es zwischendurch wenn ich sehe wie die hiesige Landesführung sich nur um die Eigenen Interessen kümmert. Anderseits ist in Singapur derart viel reguliert, dass der Individualismus schon fast gefährdet ist. Zwei extreme und innerhalb von 1 1/2 Stunden Flug. Kambodscha ist ein wunderbares Land mit viel Potential und wunderbaren Menschen, das eine Führung verdient auf die sie sich verlassen kann.
Schlussendlich sind wir nach 4 wunderschönen Tagen wieder in Phnom Penh angekommen. Und siehe da, das Departure Area wird umgebaut. Der Flughafen wird von einer Französischen Privatfirma betrieben.

Ein Blick hinter die Kulissen eines Katastrophentages

Mittwoch, November 24th, 2010

349 Tote in Phnom Penh durch eine Massenpanik. Ich möchte euch gerne ein wenig mehr dazu erzählen. Bitte beachtet, dass dieser Bericht Informationen erhält, die mir so erzählt worden sind, oder die ich so empfinde.
„Bon bantab“ heisst Boots-Fest und wir sprechen vom Wasserfestival. In Kambodscha werden durchs Jahr etwa 20 verschiedene Feste und Anlässe gefeiert. Die grössten sind das Khmer Neujahr, Bjum ben und das Wasserfestival. Die Khmer nützen die freien Tage der ersten beiden Anlässe, um ihre Familien zu Hause zu besuchen. Und dort feiern sie zusammen. Fast alle Einwohner von Phnom Penh haben Familie in der Provinz. Sprich, sie kommen ursprünglich gar nicht aus der Stadt. In diesen Tagen ist die Stadt wie ausgestorben.
Beim Wasserfestival passiert das Umgekehrte. Kambodschaner von rundherum strömen in die Stadt. In diesen drei Tagen wird das Ende der Erntezeit gefeiert. Man dankt dem Mekong und dem Tonle Sap (Die sich in Phnom Penh übrigens treffen und wieder auseinandergehen) weil sie die Lebensader von Kambodscha wiederspiegeln. Tagsüber werden Bootrennen ausgetragen. Und am Abend gibt es jeweils ein riesen Feuerwerk. Zwischen 3-5 Millionen Menschen befinden sich auf der Strasse und möchten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Viele kommen sogar zu Fuss von ausserhalb der Stadt und verbringen die Nacht auf der Strasse.
Man muss sich das ein wenig wie Fasnacht, 1. August am Rhein und das Klosterbergfest zusammen vorstellen. Überall Markt- und Essenstände, unendlich viele Leute, ausgelassene Stimmung, so quasi „die drey scheenschde Dääg“.
Am zweiten Tag haben uns Mary, Yves und ich an die Riverfront gewagt. Alle unsere Wertsachen haben wir zu Hause gelassen und waren nur mit dem nötigen Kleingeld unterwegs. Wir genossen das Feuerwerk und sind dann der Riverfront entlang durch die Massen gegangen. Es war schön die Kambodschaner so auszulassen zu sehen. Die anderen Feiertage sind meistens religiöse Zeremonien oder ein König oder ein Politisches Ereignis wird geehrt. Doch das Wasserfestival gehört den Khmer. Wir konnten das ganze Tummeln von einem Balkon aus noch weiter beobachten. Der Insektensnackverkäufer unterhalb von uns war sehr beschäftigt. Die Menschenmassen waren immens. Das wirkliche Mass der Überdichte von Menschen wurde uns erst wirklich bewusst, als wir mit unserem Tuktuk in den Massen stecken geblieben sind. Und das etwa 1 km von der Riverfront entfernt. Kein Vorwärts, kein Rückwärts, Lexus, Autos, Tuktuks, Motorräder und vor allem Menschen wie Sand am Meer. Nicht mal zu Fuss ist man weitergekommen. Hat mich irgendwie an die Meisterfeier 2002 erinnert. Ich habe diesen Ausnahmezustand genossen. Ich bin aus dem Tuktuk gestiegen und habe ein Paar Bilder geschossen. Es war ein Amüsanter Abend.
Am Tag drauf haben wir uns dazu entschlossen nicht mehr ans Festival zu gehen. Um 2 Uhr Nachts wurde ich von Olivia aus dem Bett geholt. Ob es mir denn gut gehe? Und so habe ich erfahren, was nur wenige Kilometer von meinem Haus entfernt passiert ist. Ich konnte eine Freundin nicht erreichen. Ich wusste, dass sie am betreffenden Abend dort war. Das war sehr unangenehm. An schlafen war kaum mehr zu denken. Ok, Yves musste auch noch um 6 an den Flughafen gebracht werden. Aber trotzdem, ich war sehr aufgebracht. Es sollte sich dann herausstellen, dass ich nicht der Einzige war.
Aber was ist passiert? Es gibt eine Insel im Fluss mit dem Namen Diamanteninsel. Auf dieser Insel befinden sich sehr neue Attraktionen, wie eine Art Messehallen, Shops, Riesenrad, etc. Sie wird mit 2 Brücken mit dem Festland verbunden. Und eine diese Brücken stellte sich als Nadelöhr heraus. Was wirklich passiert ist kann noch niemand sagen. Jedermann weiss etwas Neues. Fakt ist, dass die Brücke absolut überfüllt war. Menschenmassen von beiden Seiten haben gedrückt. Es wurde unangenehm. Einige gehen davon aus, dass die Panik ausgelöst wurde, weil sie von Jugendlichen erschreckt wurden, eine andere Theorie besagt, dass 10 Menschen von der Brücke gesprungen sind um sich aus den Massen zu retten und das hätte zur Panik geführt. Wiederum andere behaupten, das Gerücht, dass die Brücke zusammenstürzen könnte habe sich verbreitet und aus anderen Quellen heisst es, dass die Polizei mit Wasserkanonen in die Menschen geschossen hat. Was es auch immer war. Die Folge sind 349 Tote und über 500 Verletzte und eine Stadt die sich in einem Albtraum befindet.
Am Morgen war die Stimmung komisch in der Stadt. Es hat sich für mich angefühlt, dass die Menschen wie realisieren, dass es kein Albtraum, sondern Realität war. Ich war mir auch nicht sicher, wie ich mit meinen Englischschülern umgehen sollte. Vielleicht haben sie jemand der Opfer gekannt? Vielleicht kommen gar nicht alle? Diese Gedanken haben sich dann Gott sei Dank als falsch herausgestellt. Doch die Stadt befindet sich unter Schock. Jeder Fernseher Läuft, jeder Kanal bringt 24 Stunden News. Mittlerweile hat sich für mich herausgestellt, dass mit ziemlicher Sicherheit niemand aus meinem Bekanntenkreis betroffen ist. Die Fahnen sind auf Halbmast. An den Strassenrändern und vor den Häusern finden sich vermehrt kleine Altäre mit Bananen, Reis, Wasser und Kerzen.
Was es damit auf sich hat, hat mir heute mein Sprachlehrer erzählt. Ein Khmer glaubt, dass der gestorbene gar nicht weiss, dass er tot ist. Und das für 7 Tage lang. Nach 7 Tagen realisiert er, dass er tot ist und dass er seine Geliebten nicht erreichen kann und wird frustriert und wütend. Er möchte Aufmerksamkeit. Die Khmer fürchten sich extrem vor diesen Geistern und erhoffen sich, dass sie mit diesen Opfergaben das Gemüt der Geister beruhigen können. Denn nur ein zufriedener Toter kann wiedergeboren werden. Die andern bleiben wütend auf der Erde.
Für viele Kambodschaner ist es auch klar, dass sie nie mehr einen Fuss auf diese Insel, geschweige denn auf diese Brücke setzen würden. Die Geister der verstorbenen sind dort heisst es. Khmer glauben, dass wenn jemand im eigenen Haus stirbt, der Geist zufrieden ist. Doch die meisten der Opfer waren weit weg von zu Hause. Folglich ist der Tod dort noch viel unglücklicher, weil der Geist des Toten nicht in seinem gewohnten Umfeld ist. Das bedeutet Unglück und das macht ihn noch mehr wütend.
Ich finde diese Auffassung vom Tod sehr interessant. Aber es hat mich auch nachdenklich gemacht. Denn der Khmer hat gar keine Möglichkeit wirklich um die Toten zu trauern. Vielmehr ist er damit beschäftigt sich vor den Geistern zu Schützen. Sie haben Angst vor diesen Geistern. Phnom Penh lebt in Angst im Moment. Sie gehen davon aus, dass sich die Geister rächen werden und noch mehr Menschen sterben müssen. Ausserdem werden die Unternehmer, die auf der Diamanteninsel investieren aufgeben können, denn so schnell werden keine Menschenmassen mehr an diesen Ort gehen. Ich wünsche mir, dass meine Mitmenschen in dieser Stadt auch Zeit finden, um zu trauern. Dass sie das geschehene verarbeiten können.
Ich will noch sagen, dass ich extrem dankbar bin, dass wir uns entschieden haben, an diesem Tag nicht an dieses Fest zu gehen. Ich bin dankbar, dass keiner von unseren Mitmenschen betroffen war. Auch nicht indirekt. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Menschen, die unter sehr einfachen Umständen in den Spitälern liegen und bei den Menschen, die ihre Nächsten verloren haben und bei alle denen, die verängstigt sind.
Soviel von meiner Seite, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen geben. Falls noch etwas Interessantes passiert, werde ich ein Update schreiben und Bilder werden noch kommen.
Dankeschön an alle, die sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt haben oder an mich gedacht haben, als sie von den News hörten.

Khmer Krohom (Rouge)

Montag, Oktober 25th, 2010

Khmer Krohom

In letzter Zeit fällte es mir ein wenig schwierig, Themen zu finden die euch interessieren könnten. Deswegen ist auf meinem Blog auch viel weniger los wie auch schon. Für mich pendelte sich hier in Kambodscha das Alltagsleben ein. Ich bin mir das Land mehr und mehr gewohnt und es ist schwieriger neue Dinge zu finden, die euch interessieren können.

Doch dies würde ich gerne mit euch teilen. Dieses Wochenende war in Phnom Penh ein Filmfestival. Das ist insofern interessant, weil es in Phnom Penh etwa ein richtiges Kino gibt, welches eigentlich fast nur Khmer Horrorfilme zeigt. Doch das Programm dieses Festivals war eindrücklich. Fast 60 Filme innerhalb von 4 Tagen wurden gezeigt. Lokale und internationale Produktionen. Am Freitag entschied ich spontan einen Film der in Bangkok spielt zu schauen. Ich war beindruckt, denn die Räumlichkeit des Phnom Penh Cultural Center beherbergt ein riesiges, voll funktionstüchtiges Kino. Leider waren wir nur etwa 20 Zuschauer. Der Produzent und das Team waren auch anwesend. Der Film, vor einer Woche fertig gestellt, ein Krimi der in einer Pagoda in Bangkok spielt. Ein Waise wird ermordet, ein Mönch mit einer Vergangenheit in der Polizei kümmert sich um den Fall, weil die Thailändische Polizei keine Zeit hat, den Mordfall eines Waisen zu verfolgen. Schlussendlich deckt dieser Mönch einen grösseren Drogenring innerhalb des Klosters auf, der Mörder, ein anderer Mönch. Eine überraschend spannende Story in einem interessanten Umfeld eines Thai-Buddhistischen Klosters.

Aber ich möchte euch gar nicht von diesem Film erzählen… Ok, schon passiert. Anyway, Mary und ich entschieden dass wir am Samstagabend noch einen anderen Film schauen gehen wollen.  „Lost Loves“, eine Khmer Geschichte von einem Kambodschanischen Produzenten, Premiere. Mit der Erwartungshaltung, dass das Kino auch wieder menschenleer sein wird sind wir leicht verspätet angekommen. Falsch gedacht. Scheinwerfer senden Lichtsäulen in den Himmel. Lexus wohin das Auge reicht, ein Roter Teppich, scharenweise Journalisten. Das hatten wir nicht erwartet. Mit ein wenig Vertrauen auf unser Glück fragten wir nach Tickets. „Sorry, only with invitation.“ Wow, scheint ein wirklich wichtiger Anlass zu sein mit wirklich wichtigen Leuten. Doch man riet uns ein Paar Minuten zu warten, evt würden Plätze frei. Tatsächlich wurden wir eine Minute später in den Saal gebeten. Zwei Plätze für uns in der hintersten Reihe. Nach der Kambodschanischen Hymne noch eine Ansprache vom Veranstalter und viele Worte vom Produzenten und dann geht es los.

Es geht um eine Frau, die von ihrem Schicksal in der Zeit der Khmer Rouge Schreckensherrschaft erzählt. Es war offensichtlich, dass es kein vergnüglicher Abend würde.

Die Kambodschanische Geschichte ist schwierig und verstrickt. Die verschiedenen Ereignisse sind sehr schwer in eine Reihenfolge zu bringen. In den späteren 50er Jahren löste sich ein aufstrebendes Kambodscha von der Kolonialherrschaft von Frankreich. Es war einer der Höhepunkte dieser Nation. Doch dann kam der Vietnamkrieg. König Sihanouk versuchte das Land aus der Affäre zu halten. Aber unter Druck machte er zuerst den Amerikanern, aber dann auch den Vietnamesen Versprechungen. Schlussendlich griffen die Kriegshandlungen auch auf Kambodscha über. Die Amerikaner setzten Genera Lon Nol an die Spitze des Landes. Dieser wurde mitten der 70er Jahre von den roten Khmer gestürzt. Pol Pot und sein Schreckensregime übernahmen die Macht. Sie formten den Staat zu einem gnadenlosen ultrakonservativen Staat. Kambodscha wurde zu einer riesigen Agrarfabrik unter widerlichsten Umständen für die Einwohner. Eine ultimative Gleichheit sollte geschaffen werden. Und hier knüpft die Geschichte an.

Die Hauptdarstellerin blickt zurück auf ihr Familienleben in Phnom Penh in einem grossen Haus. Sie lebt zusammen mit ihren Kindern, ihrem Vater, ein ehemaliger Lon Nol General, und ihren Geschwister in einem grossen Haus. Ihr Mann kämpft an der Front. Die Khmer Rouge übernehmen das Regime und alle Bewohner von Phnom Penh wurden aufs Land vertrieben und in die verschiedenen Dörfer verteilt. Mittlerweile wurde der Vater herausgepickt und aufgrund seiner Armee Vergangenheit am Strassenrand exekutiert.  Den Kambodschaner wurde jeglicher Besitz untersagt und sie wurden zur Arbeit auf den Feldern gezwungen. Im Laufe der Geschichte verliert die Erzählerin ein Familienmitglied nach dem Anderen. Ein Bruder wird dabei erwischt wie er mit einem Kassettengerät Musik hört. Er wird zu Tode geprügelt. Die anderen Brüder werden von der Familie getrennt um in Steinbrüchen zu arbeiten. Der eine Bruder wird eines Nachts aus dem Schlafsaal gezerrt, zu Tode geprügelt und wieder zurückgelegt. Der andere Bruder muss seine Brille vernichten, denn jede Person die nur den geringsten Anschein von Bildung hatte wurde exekutiert.

Mittlerweile erlitt ihre Schwester auf dem Feld eine Fehlgeburt, wie sie trotz Schwangerschaft weiterarbeiten musste, ihre Tochter ertrinkt im Fluss, ihre Kinder werden von ihr getrennt, eine Tochter stirbt an Unterernährung. Das Essen wurde krass rationiert. 3 Teelöffel Reis-Porridge am Morgen und 3 Teelöffel am Abend. Tönt dramatisch, ist es auch. Das schlimme ist, es ist gar noch nicht lange her. Vor 31 Jahren wurde diese Schreckensherrschaft zerschlagen. Die Khmer Rouge waren noch bis Mitte der 90er in Kambodscha aktiv. Kambodscha befindet sich in einem Aufarbeitungsprozess. Es ist ein traumatisiertes Land. Jeder Khmer denn ich kennenlerne kann mir eine Geschichte erzählen. Fast alle haben mindestens ein Familienmitglied verloren. Choeun zum Beispiel wurde in einem Flüchtlingslager in Thailand geboren. Er ist ohne Vater aufgewachsen.

Es fällt schwer sich mit diesen Themen auseinander zu setzen. Aber ich denke es ist wichtig um die hiesige Kultur zu verstehen. Wieso sind die Menschen hier so wie sie sind? Wo kommt diese Skepsis her? Warum reagieren sie in gewissen Situationen völlig anders, wie wir es gewohnt sind? Warum können sie nicht einfach „nein“ sagen? Und genau da wird bewusst, dass diese Geschichte wirklich noch nicht lange her ist.

Nach dem Film war eine komische Stimmung im Kino. Natürlich, verständlicherweise. Mary und ich hatten dieselben Fragen im Kopf. Wie fühlen sich die Menschen in diesem Saal, die genau dasselbe durchgemacht haben? Oder sitzen evt. Ehemalige Täter in diesen Reihen? Was geht in diesen Menschen vor, wenn sie diese Bilder vorgeführt kriegen?

Unumstösslich ist, dass alle Kambodschaner die älter als 30 sind direkt von dieser schlimmen Phase betroffen sind. Nur die einzelnen Menschen wissen, was sie selbst durchgemacht haben. Und viele von diesen Menschen werden diese Erinnerungen mit ins Grab nehmen. Sie wollen dieses Kapitel abgeschlossen haben und möchten sich nicht mehr zurückerinnern.

Mary drückte grossen Respekt gegenüber diesen Menschen aus. Sie hat recht.

Wenn ihr an mehr Informationen über die Khmer Rouge interessiert seit, könnt ihr auf  Wikipedia weiterlesen.

Bitte beachtet, dass ich nicht für die Richtigkeit meiner Ausführungen garantieren kann. Der Artikel ist nach meiner persönlichen Auffasung der ganzen Geschichte geschrieben.

Newsletter #4 und News

Dienstag, Oktober 12th, 2010

Für die, die meinen Newsletter nicht als Email erhalten haben, ihr könnt ihn hier herunterladen (Klick auf das Logo). Ich hoffe er gefällt =)

Wenn du den Newsletter jeweils direkt zu dir gesendet haben möchtest, trage dich doch in der Newsletterliste auf der rechten Seite der Homepage ein.

Seit Sonntag bin ich zurück aus Phnom Penh. Es hat etwa 24 Stunden am Stück geregnet. Die ganze Stadt steht unter Wasser. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich bin zwar mit meinem Moped schon öfters durch die Fluten gefahren, aber die jetztige Situation übertrifft alles was ich bis jetzt erlebt habe.

Meine Strasse ist soweit trocken geblieben, aber an der nächsten Ecke geht es los. Das Wasser geht bis zum Knie. Motos und Autos schleichen durch die Wassermassen. Der Alltag geht weiter. Ich vermute in keiner Zeitung ausserhalb von Kambodscha ist von einer Überschwemmung in Phnom Penh zu lesen. Während die Europäische Presse vermutlich wochenlang gefüllt würde, wenn das selbe irgendwo in Europa passieren würde.
Naja, ich bin also heute mit dem Mofa ins Geschäft geschwommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 3/4 von meinem Arbeitsweg war mehr als 10 cm überschwemmt.
Heute Morgen hatte ich Zeit um mit meiner Kamera ein paar eindrücke Einzufangen. Ihr findet die Bilder in der Galerie.

Soweit so gut, aber die weniger gute Nachricht ist, dass unser Office geflutet wurde. Das Parterre stand einen halben Meter unter Wasser. Dokumente, Computer, Geld, Infrastruktur… alles in Wasser getränkt. Wie hoch der Schaden ist können wir noch nicht beziffern. Sobald ich ein paar Bilder bekomme über die Momentane Lage im Office, werde ich diese euch zukommen lassen.

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen. Das Wasser ist jedoch noch hier. Aber der Alltag geht weiter. sechs von meinen neun Schüler sind sogar zum Unterricht erschienen… Und sie haben im heutigen Englischtest erfreulich gut abgeschnitten =)

überschwemmtes office

Love Message

Montag, September 20th, 2010

Einer meiner Lieblingssongs aus der Techno Allstars in den 90ern. DJ Bobo, La Bouche, Scooter etc haben mitgewirkt. Das waren noch Zeiten. Aber um das geht es eigentlich gar nicht. Denn die Khmer Jugend hat mit Elektronischer Musik nichts bis gar nichts am Hut. Von dem her findet meine Leidenschaft zwischen mir und meinem IPod statt. Mein IPod war soeben in einer Kur. Die ersten Regenstürme hat er überstanden, doch bei der letzten Wässerung hat er nicht mehr mitgehalten. Doch jetzt ist er wieder an meiner Seite wie seit eh und je. Aber auch um das geht es nicht. Ich merke gerade, dass ich noch stundenlang um den heissen Brei herum reden könnte. Doch wollen wir uns doch der Message ein wenig nähern.
Das Jahr 2010, mitten in der Kambodschanischen Love Revolution. Was bei uns vor 40 Jahren passierte ist im Moment hier voll im Gange. Kambodscha ist eine weit zurückreichende Kultur, basiert auf vielen Traditionen und Werten. Diese Werte definieren das Leben eines jeden Khmers. Sei es im gegenseitigen Umgang, Familienverhältnisse, Familienentstehungen, Arbeitsverhältnisse, etc. Der Respekt vor dem Alter ist gross. Je älter eine Person ist, desto mehr Hochachtung wird dieser Person geschenkt. Es gilt auch viel Respekt den reichen und mächtigen. Die Kambodschaner hinterfragen die Ihrigen Authoritätsfiguren nur ungern.
Die kambodschanische Kultur lässt es nicht zu, dass sich Mann und Frau privat treffen. Liebe entsteht in der Gruppe. Man trifft sich in der Gruppe und versucht sich in der Gruppe näher zu kommen. Oder am Telefon, heute natürlich auch übers Internet. Der Zustand „Freund/Freundin“ gibt es fast nicht. Das heisst, wird es wirklich ernster zwischen Mann und Frau, so wird die Verlobung ausgeläutet. Dies geschieht jedoch nur mit der Zustimmung der Familien auf beiden Seiten. In der Verlobungszeit dürfen sich die verliebten treffen. Aber nur in Begleitung einer Schwester oder eines Bruders. Ein tête a tête wird erst nach der Hochzeit möglich sein.
Jedoch lösen sich diese Stricke allmählich. Vor allem hier in Phnom Penh emanzipieren sich die Jugendlichen mehr und mehr. In den Parks zeigen sich vermehrt junge Päärchen. Der Ort Nummer 1 um sich näher zu kommen ist das Motorrad. Der Zustand einer Freund/Freundin Beziehung (Sang Sa auf Khmer) ist nicht mehr nur ein Tabu Thema. 68er Jahre in Kambodscha. Liebe wird sichtbar. Zärtlichkeit wird weniger versteckt. Am Abend im Park knistert es in der Luft.
Ich erlaube mir jetzt die Arroganz dass der werte Leser sicher meine Meinung zu dieser Entwicklung lesen würde. Nun ja diese ist gespalten. Von meinem Hintergrund her gesehen, bin ich damit aufgewachsen, dass Liebe nicht versteckt werden musste. Von dem her bewegt sich die Jugendkultur hier in ein Gebiet, das mir von zu Hause aus bekannt vorkommt. Aber es stellt sich einfach die Frage: Geht das wirklich so einfach in einem Land wie Kambodscha? Ein Land, das derart von Werten und Traditionen geprägt ist, ein Land in dem Menschen von diesen Werten abhängig sind wenn sie überleben möchten?
Problematisch wird es, wenn diese Verhältnisse Konsequenzen mit sich bringen. Zum Beispiel eine ungewollte Schwangerschaft. Sittenwächter sind in diesem Land nicht aktiv. Aber ein uneheliches Kind bedeutet das Aus für den Ruf der Mutter. Sie wird an den Rand der Gesellschaft gestossen. Mit ihr das Kind.
Ich frage mich manchmal, ob unser freizügiges System zu Hause wirklich nur von Vorteil ist. Ob unsere Freiheiten denn nur Gesund sind. Strukturen engen ein, das ist richtig, aber sie bringen auch Sicherheit und Schutz. Und speziell in einem Land indem genügend Geld nicht eine Selbstverständlichkeit ist, ist dieser Schutz nützlich. Denn viele Beziehungsprobleme, mit denen wir uns zu Hause herumschlagen kennen die Leute hier gar nicht.
Ich kann hier meine Gedanken nur oberflächlich ankratzen. Es ist spannend zu beobachten, wie sich die jüngere Generation verhaltet. Aber ich finde es auch frustrieren, wenn ich sehe, wie sich diese Jungs und Mädels in ein Verhaltensmuster bewegen, welches sie sich gar nicht leisten können und welches auch total der Ihrigen Kultur widerspricht.
Ich fände es spannend eure Meinung zu diesem Thema zu hören. Hinterlasse doch deine Gedanken als Kommentar.

Oh happy Buddha

Freitag, Juni 4th, 2010

So hütt lehre mir öppis.

die 7 köpfigi Naga

Kambodscha isch e Buddhistischs Land. De Buddhismus isch verstrickt mit regionale Brüch und Kult. Jedes buddhistische Land do in Asie hett e chli si eigeni Art und Wyys vo dr ussüebig vom Buddhismus. Villes hett au e gschichtliche oder Politische Hintergrund.
Uff alli fäll sind über 90% vo de Khmer Buddhiste. Und das isch an allne Strosseegge sichtbar und spürbar. Immer widr schmöggt me Räucherstäbli, vor villne hüser stoot e chline Altar wo die Böse Geister söll färn halte, in de meiste Lädeli inne stoot e chleine Buddha Altar mit abbrennte Räucherstäbli. Die Altar gsend für mi als fremde urkomisch uss. Mit Spiegel und blinkende Liechtli, rot und rosarot, grüen, etc. Was in mine Auge e chli komisch ussgset isch aber für die gläubige Buddhiste essentiell.

Wat / Pagoda

Am uffälligschte sind natürlich die riise Pagodas oder Wats (in Khmer) wo in dr ganze Stadt und uff em Land verteilt sind. Pagodas sind die Buddhistische Kircheareal und glyychzittig s’Deheime vo de Mönch. Zu dene chummi spöter. In dr Mitti vom Pagoda Areal stoot s’eigendliche Gotteshuus. Schöni traditionelli Bautene mit iidrückliche, spitzige, meist gääle Ziegeldächer und villne Süülene. Verziert mit Mystische Tier und Fabelwäse. In China zelebriert me de Leu, in andere Länder de Drache, In kambodscha isch es die 7-Köpfigi Schlange. Si heisst Naga und isch de Halbbrueder und Erzfeind vom Garuda, e halb Mensch, halb Vogel Kreatur uss dr Hinduistische Sagekultur. Naga kontrolliert de Räge und alles wo mit Wasser zdue hett. In anbetracht desse, dass d’Kambodschaner s’Wasser füre Ryysbau bruuche, handlets sich do um e Mächtigi Kreatur. Die Schlange wird oft in dr traditionelle Architektur aagwändet. Vorwiegend als zur Abgränzig vo ere Stäge oder emne Wäg oder vo ere Brugg. Zrugg zu de Pagodas, umd Pagoda ume stönd denn eifachi Steihüser. Die Steihüser sind d’Unterkunft vo de Mönche, oder Gmeinschaftsrüüm, Wärkstätt, Notunterkünft, Schueligszimmer, Meditiationsrüüm etc. Das Areal isch vo ere Muure umgä und hett 1 oder mehreri Iigäng. Si isch völlig öffendlich. Lütt ströme iine und uuse, Getränk und ässe wärde verkauft ufem Areal, lütt sitze im Schatte, es Tuktuk wartet uff Kundschft, öpper hett e Hängematte uffghängt und macht e Pfüüsi oder e Paar Mönch sitze uff ere Holzbritsche unter emne Baum. De Lütt isch es au erlaubt im Wat, respektive unter em Wat z’übernachte, oder sogar zwohne. Ich dängg es chunnt immer e chli uffe Vorsteher drufa.

e traditionells "Mausoleum"

es traditionells Mausoleum oder Familiegrab

Unübersehbar sind au die grosse Grabkammere wo in Reih und Gliid am Rand vo dene Wats stönd. Si gsend uss wiene überdimensionali Glogge. Sone Grabkammere isch aber nur für sehr riichi Lütt finanzierbar. Je grösser desto vermögender.
Idrücklich sind die alte Wats uffem Land usse. Die Berüemtischte Tämpel stoot natürlich in Ankor. Aber me muess nid so witt go zum 1000 Joor alti Baute chönne bestuune. Grossi aalaage verziert mit Fabelwäsene, Drache, Löie, Schlangene, etc. Die meiste Pagodas sind zerstört worde in dr Zyt vo de Rote Khmer. Aber mit Gäld uss Fundrasings sind villi Wats widr uffbaut und restauriert worde.
D’Mönche sind so chli s’Gsicht vo Kambodscha. Gstaltene mit Kahlrasierte Köpf, iighüllt in emne orange Tuech. Vo jedem Männliche Buddhist wird erwartet, dass är ei moll in sim Läbe Mönch wird. Optimalerwyys zwüschem Schueländ und em Afang vo dr Bruefliche Karriere. Obwohl das offesichtlich nümm e so ghandhabt wird. Vor allem in dr Stadt wird’s alls wie meh nümm so äng gse mit em Buddhismus. Vermehrt wird de Buddhismus als Teil vo dr Tradition ussgüebt und nümm uss überzügig. Aber denno isch de Buddhismus allgegewärtig. D’lütt spände de Mönche Ryys oder anders ässe und wärde für das vo de Mönche gsägnet. Und de Mönch hett noch wie vor e sehr e hoche Status in dr Gsellschaft. Zum e Mönch begrüesse faltet me sini händ und hett d’Fingerspitze uff dr Höchi vo dr Stirne. Das isch fasch die höggschti Ehrerbietig. Zu Buddhistische Fiirtig chömme d’Mönche ind Hüser vo de Gläubige und halte zeremonie ab. An Hochzyte wärde Mönche iiglade zum s’Traupaar z’sägne. An Beärdigunge wärde Mönche iiglade um em Verstorbene die letschti Ehr z’erwiise. S’Durchschnittsalter vo de Mönche isch sehr jung. Das hett de Grund, dass in dr Zyt vo de Rote Khmer zwüsche 1976 und 1979 fascht alli Mönch ermordet worde sind.
Die rote Khmer sind e presänts Thema in Kambodscha. Aber ich möcht uff die Schwiirigi Materie es anders moll iigo.

Let’s talk about Traffic Part II

Donnerstag, Mai 6th, 2010

Jetzt gitts do sone Phänomen vo dr Neuzyt wo erscht sitt öppe 6 Joor do im Land iigsetzt wird. Strosseample. Isch jo nid s’dümmste, aber irgendwie passts au absolut nid in die Verkehrsstrategie iine. Uff alli fäll sind si do, wärde sogar zu öppe 60% respektiert. Jedi Ample hett e Countdown wos aazeigt, wievill sekunde sno goot bis zum Farbewäggsel. Halti bi emne Rotliecht aa und gse 05, denn isch das cool, will gly goots witter. Villicht hani mi au gschnitte und nach em 00 wird’s nid grien, sondern es wird e 99 druss heisst das für mi, dass das 05 vo vorig eigendlich e 105 gheisse hett aber die dritti stell halt nid existiert. Sehr sehr uncool.
An fascht jedere Strosseample stönd e grüppli Schlümpf, in Schriftsprache auch Polizei genannt.

Schuelbus moll anders...

Polizist wird me in Kambodscha übere Kolleg oder de Unkle. Ussbildig bruuchts keini. Uniform aa, Helm uff, Lüchtstab ind Hand und ganz bös driiluege, Priefig bestande, bisch Polizist. Poliziste sind in dr Regel dämentsprächen unbezalt. Uncool. So miend si sich halt ihre Verdienst sälber organisiere. Uncool. Dämentsprächend fische si fählbari Motofahrer uss em Verkehr use. Ich würd jetzt däm nid cool sage, aber isch jo eigendlich OK. Aber was denn chunnt isch eher uncool. De Polizist fot afo erkläre was me falsch gmacht hett und will d’Papier gse. Wär schlau gnueg isch hett sich e Kopie vo sine Usswiis lo mache lo, will schunsch isch d’Gfohr, dass er si nümm gset gross. Losst sich nämmlig alles in Gäld umwandle. Uncool. De Töfflischlüssel so schnäll wie möglich useneh und in Hosesack stecke. Schunsch isch dä au wäg. No meh uncool. De Polizischt verzapft eim denn uff e sehr uncooli Art, was me ebe falsch gmacht hett und denn verzellt er eim d’Buess. Das isch so bitz nach em zuefallssystem. Bi emne Barang (Ussländer) isch d’Buess grundsätzlich grad 10 moll höcher wie bi emne Iiheimische. Drumm muess me märte. Au uncool und sehr miehsam. Schlussändlich sött me emne Polizist nid meh als 1 Dollar gä. Das isch jo no cool, wills fascht nütt isch. S’Problem isch jo nid de Betrag, sondern dass me natürlich kei Quittig kriegt, und jede weiss, dass das Gäld diräkt in sini täsche goot und die vom Vorgsetzte. Anyway, das isch au no verkraftbar. Witters sehr uncool isch, wenn me sich nid d’Zyt zum märte nimmt und eifach das gitt wo si wänd, denn merke si sich wär du bisch, kommuniziere das untenander und d’Chance dass me usegfischt wird stiigt beträchtlich. Sehr uncool. Vor allem als Barang uff emne traditionelle Töffli mit farbigem Helm wome uffahlt wiene Pinks Huen… sehr uncool.
Denn Si fische eim au uuse ohni dass me öppis falsch gmacht hett. Das isch denn no vill meh uncool. Do letschti bini an ere krützig gstande, ha öpper ufe flughafe welle fahre, fahr bi grien über d’krützig, promt stönd si dört und blockiere mer de wäg. Ha kei zyt gha zum diskutiere, will mi Passagier uffe Flughafe hett miesse. Drumm hanene das gä wo si händ welle und bi witter gange. Sehr sehr uncool gsi.
Das isch de wäg wies do lauft. Vo de Locals isch das zimmli akzeptiert. D Buesse sind e bestandteil vom monatliche Budget, wenn überhaupt eins existiert.

Jo trotzdäm, Ych ha do mi Honda Daelim 100 City, es grät wo in dr Schwiz leider nid existiert. Täglich fahri mindestens e Stund will d’Distanze vo unsere Büros woni schaff scho beträchtlich sind. Grundsätzlich cool.
Soso scho widr e Roman. Duet mer leid. Ych mach mi jetzt ufe wäg uff mim Töffli durch die relativ cool/uncool Verkehrsanarchie vo Phnom Penh.

Let’s talk about Traffic

Montag, Mai 3rd, 2010

Wenn me mi würd froge was in Kambodscha am unterschiidlichste isch wie in dr Schwiz, den würdi de Verkehr näbe em Food, de Schrift, Sproch und Ussetemperature sicher au in de Top 5 Sto.

De Verkehr in Phnom Penh isch sones Phänomen. Me muess sich das e bitzli wie Wasser vorstelle wo me in e Kanalsystem ineloss. Es suecht sich eifach de Wäg vom gringschte Widerstand. Und falls sich d’Wasserström neume krützt, denn findet me schone lösig, au wenns e bitz langsamer goot.

Bevor mer mit de praktische Erfahrige afönd bruuchts zerscht bitzli Theorie. Ich weiss, uncool. Aber abwarte: De grösser isch dr stärker, das isch do Gsetz. Mit e Paar ussnahme. D’Reihefolg was d’Obermacht uff de Strosse abelangt gset folgendermasse uss (bim schwächste aagfange)

-          Fuessgänger
-          Velofahrer
-          Chleins Töffli (zahlemässig d’Übermacht)
-          Grosse Töff
-          Grosse Töff mit Regierigsschild
-          Normals Auto (Vorzugswyys Toyota Camri, öppis anders gitts chuum)
-          Chue (Me überfahrt au do keini Chüe)
-          Normals Auto mit Regierigsschild
-          4×4 Offroader
-          Strossepanzer, sprich Lexus, d’Zahl vo Lexus stiigt und stiigt
-          Hummer
-          Lastwage
-          4×4 Offroader, Strossepanzer und Hummer mit Regierigsschild… don’t touch!

Zum Töfflifahre, sprich alles wo Scooter oder eifach nid grösser wie e 125erli isch bruuchts eigendlich sitt neustem e Usswiis. Irgendwie no cool. Obwohl chuum öpper e Usswiis hett. Das isch mit unter anderem au de grund, wisos kei Sälteheit isch, dass me au 8 Jöhrigi buebe gset wo mit 2 Meitli uff em Töff hindedruff d’Hauptstross abe fahrt. Uncool.
D’Mitfahreraazahl uff jedem gfährt isch nid beschränkt. Sehr cool. Es isch so öppis vo praktisch, wenn me zwei lütt uff sim Töffli cha mitneh, oder wenn de Papi grad die ganz 5 Köpfigi Familie uff si chleine Honda schnallt. Uff em Lastwage sitzt grad die ganzi arbeitergmeinschaft uff dr Ladig oder uff dr Fahrerkabine druff, und wär e Pickup mit Ladeflächi hett schuuflet eifach so vill lütt wiener grad luscht hett hinde druff.e

Do hätte jetzt also no guet 5 Passagier meh platz.

Sitt neustem bestoot Helmpflicht. Füre Fahrer. Was d’Passagiere mache isch nid so usschlaggäbend. Mir ziends vor e Helm aazzieh. Will wenns eim moll ufe Ranze schlittlet und me sich de Kopf ohni Helm uffschlot… sehr uncool. Vor allem bi de Spitäler wo me do hett.
ES GITT KEI MFK! Sehr sehr cool! Was fahrt fahrt. Wenns nümm fahrt… Päch gsi. Do gitts Gfährt, do ischs e Wunder, dass do überhaupt no irgendöppis lauft. Do letschti isch mim Motodop (Töfflitaxi) Fahrer 3 moll d’Ketti usekeit uff unserer Fahrt. In dr schwiz wär är scho lang zu Läbeslänglich in einzelhaft verurteilt worde für das Töff wonerm hett.
D’Schattesitte vom ganze isch halt, dass d’Luft um die grosse Strosse ume scho nid so super isch, oder dass es schnäll moll passiert, dass me in ere schwarze Abgaswolke landet. Um ehrlich z’sy schloni mi grad mit emne Hueste ume, wo vermuetlich vom Verkehr chunnt. Uncool…

Mis Toeff, nid grad schön, aber typisch. Und Ersatzteil defür gitts an jedem Strosseegge.

Wenn me d’Strossekarte vo Phnom Penh aaluegt gset me, dass sich mehreri Hauptstrosse durch d’Stadt ziend. Das sind so d’Hauptschlagadere. Wenns wenig verkehr hett sind si super Gmietlich, vill platz, schnäll fahre. Cool. Aber Durch d’Rushour am Morge, übere mittag und am Fyyrobe gsets uss wie ume stück Glace wo an Bode gheit isch und vo Ameise uffgspürt worde isch. E sone Hauptstross hett öppe 2 bis 3 spuure. Obwohl, me chönnts eifach „breit“ nenne. Will Spure sind do nid wirklich anerkannt. De Lexus fahrt mit vorliebene in dr Mitti über de Trennstrich, damit ihm d’Stross ellei ghört, d’Töffli schlängle sich überall duure wos nur möglich isch, s’Trottoir zellt als zuesätzlichi spuur für Töffli und Tuktuks. Tankstellene sind super Optione zum es Rotliecht z’umgo wo eim schunsch am rächts abbiege würd hindere.

To be continued…