Heirat

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Männer und Frauen in Kambodscha

Donnerstag, Januar 19th, 2012

In meinen Khmer lektionen dreht es sich nicht nur um das sprechen, lesen und schreiben, sondern auch immer wieder um die hiesigen Bräuche und Gepflogenheiten.
Neuestens habe ich mich mit meinem Lehrer über die Position von Mann und Frau unterhalten. Denn eines steht für mich schon lange fest; als Frau in Kambodscha hat man es nicht einfach.
Eine traurige und schwierige Tatsache ist, dass Frauen in “Ehe-Material” und “Nicht-Ehe-Material” eingeteilt werden. Sexuelle Moral ist in Kambodscha sehr hoch geschrieben. Aber hinter dem Vorhang sieht es anders aus. Es wird oft früh geheiratet. Weil eine Aussereheliche Beziehung zwischen Mann und Frau nicht toleriert wird (in der Stadt noch eher als auf dem Land). Jetzt kommt dazu, dass viele verheiratete Männer noch ein “Sang-Sa” (Schatzi) nebenbei haben. Dies wäre dann eine oder mehrere Frauen der “Nicht-Ehe-Material” sorte. Mann findet sie vor allem in Karaoke Clubs. Es gibt unzählige Karaoke Klubs in Kambodscha. Von kleinen Lokalen bis zu ganzen Gebäuden. Karaoke ist mit Prostitution gleichzustellen. Wenn man einfach nur Karaoke singen gehen möchte, muss man wissen wo. Wie gesagt, haben viele Ehemänner noch eine Freundin nebenbei. Meist weiss die Ehefrau von dieser Beziehung und ignoriert sie. Es steht der Ehefrau nicht zu sich zu wehren.
Aber wie kann es passieren, dass Fremd gehen so kultiviert wird? Die genaue Antwort habe ich nicht. Denn es widerspricht eigentlich absolut der Kambodschanischen tradition. Dennoch haben die Männer die Möglichkeit sich ohne grossen Aufwand im Tempel wieder rein zu waschen. Diese Möglichkeit bleibt einer Frau verwehrt. Eine Frau, die unehelichen Geschlechtsverkehr hatte gilt als befleckt und wird geächtet. Sie wird zum “Nicht-für-Ehe” Material.
Dies ist auch der Grund wiso eine Scheidung oder eine Trennung für eine Frau Verheerende Folgen haben kann. Sie wird verstossen und die Chance dass sie wieder einen Ehemann findet sind sehr klein.
Mein Lehrer hat mir erklärt, dass man die Frauen als Papier und die Männer als Seife bezeichnet. Macht eine Frau etwas das nicht den Erwartungen entspricht, so wird das Papier besudelt. Das Papier kann bis zu einem gewissen grad wieder gesäubert werden, aber wird nie mehr so aussehen wie zuvor. Sprich sie wird ihr Vergehen nie mehr richtig los. Männer werden als Seife bezeichnet, weil eine Seife gut riecht. Auch wenn Seife in schmutziges Wasser wirft riecht sie noch immer gut.

Bitte beachtet, dass dieser Text nicht meine Meinung wiederspiegelt, sondern das eine Auslegung von dem ist, was ich hier gehört, gesehen und gelernt habe.