Christoph

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Newsletter No. 8

Montag, September 12th, 2011

Hoi Zämme

Es ist wieder einmal Zeit um etwas zu erzählen. Mir ist bewusst, dass meine Schreibaktivitäten auf meinem Blog ein wenig zurück gegangen sind. Ich gebe mir die grösste Mühe, dass sich das wieder ändert. Es ist viel los. Viel Arbeit, viele Veränderungen, viele Entscheidungen. Gehen wir doch am besten mal detailliert darauf ein.

Entscheidung 1

Häppi

Vermutlich ist es ja gar keine Neuigkeit mehr. Aber dennoch ist es der ultimative Höhepunkt der letzen 4 Monaten. Mary und ich haben uns verlobt am 5. August um etwa 00:05 Kambodschanische Zeit. Sie hat tatsächlich Ja gesagt. Wie cool ist denn das? Ich fühle mich ein wenig verwöhnt, dass meine Zeit und Arbeit hier in Kambodscha mit einer derart wundervollen Frau belohnt wird. Wir fühlen uns Wohl, auch nach diesem Entscheid. Wir spüren, dass es richtig ist und fühlen uns reich beschenkt miteinander. Ich hätte mir nie vorgestellt, dass ich auf Kambodscha reisen muss um die Frau kennen zu lernen mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. Ganz zu geschweige denn, dass diese Frau ebenfalls um den halben Globus reisen muss um mich kennenzulernen.

Wir hatten eine ganz tolle Verlobungsparty in meinem Haus mit fast allen Leuten die uns wichtig sind. Aber ja… Ihr habt alle wirklich gefehlt.

Und jetzt natürlich die Frage wann und wo? Wir wissen es noch nicht. Aber wir werden es euch wissen lassen, sobald wir mehr wissen. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, auf die ich noch genauer eingehen werde.

Choeun und Bunny

Und jetzt ein ganz krasser Themenwechsel. Sorry, aber ich möchte chronologisch vorgehen.

Obwohl ich nicht mehr mit ROOT IT zusammenarbeite, kommt Choeun oder Martin immer wieder auf mich zu und fragt mich um Rat. Und vor allem kümmere ich mich persönlich regelmässig um Bunny, den Lehrling. Bunny und ich verbringen so oft wie möglich Samstage zusammen. Wir kochen miteinander, oder ich versuche ihn zu einem Erlebnis zu motivieren. Bunny ist für seine 20 Jahre relativ depressiv. Er bevorzugt es seine Zeit in seinem Zimmer zu verbringen. Er mietet ein Zimmer für 30$ im Monat. Das ist sein monatliches Einkommen. Er teilt den Raum mit seinem Bruder. Der Bruder verdient 40$. Das muss für Essen, Schulunterlagen und den ganzen Rest reichen. Und das ist zu knapp. Bunny lehnt Unterstützung aber kategorisch ab. Von dem her versuche ich einfach Zeit mit ihm zu verbringen und ihm zwischendurch eine Freude zu machen. Bunny ist nach wie vor sehr motiviert bei ROOT IT. Aber er lernt sehr langsam und schwerfällig. Aber scheinbar macht er grosse Fortschritte wenn es darum geht Kabel zu verlegen und Netzwerke zu konfigurieren. Und übrigens, der Laptop den Bunny aus der Schweiz erhalten hat ist rege im Gebrauch. Das war das bestmögliche Geschenk. Oder fast… denn Bunny hat seit neuestem eine Freundin. Kanja. Sie ist eine Lehrtochter von Konkea, der Schneiderin. Er holt sie jeweils von der Arbeit ab und bringt sie nach Hause und holt sie wieder ab. Sie bringt Ihn ein wenig auf andere Gedanken und tut ihm sehr gut.

Aber Bunny und Choeun sind nach wie vor meine grössten Sorgenkinder hier. Choeun hat sich entschieden, dass er sich vom Vocational Training Program, also von WEC zu lösen. Diese Entscheidung hat hohe Wellen geschlagen und ist auf grosses Unbehagen gestossen aber wurde akzeptiert. Martin hat es dennoch hart getroffen, weil er viele Jahre dafür investiert hat, Choeun auf den richtigen Weg zu begleiten. In der Zwischenzeit hat Choeun seine Entscheidung Bereut und versucht sich wieder bei VTP anzuschliessen. Das hängt jetzt von den anderen VTP Mitgliedern ab.

Aber hier noch eine ganz schöne Nachricht: Choeuns Frau, Vannet, ist Schwanger. Sie hatte kämpft schon seit langem um eine Schwangerschaft und war auch grossem Druck der Familie ausgesetzt. Sie hat darunter gelitten, dass es nie geklappt hat und hat viel für ein Kind gebetet. Und mittlerweile ist sie im 4. Monat schwanger. Wir sind alle sehr dankbar dafür.

Entscheidung 2

Yannik und Pu Christoph

Seit wir in Kambodscha zurück sind befassen wir uns mit der grossen Frage wie es nach Kambodscha weiter gehen soll. Mit der Hilfe eines Coaches versuchten wir über 3 Monate herauszufinden, ob wir nach unserer Kambodscha Erfahrung in die Vereinigten Staaten, in die Schweiz, in ein anderes Land? Und was zu tun dort? Wir haben uns nach Arbeitsstellen, Ausbildungsmöglichkeiten etc erkundigt. Unser Coach hilft uns, Tasks zu definieren, damit wir dem Ziel in kleinen Schritten näher kommen.

Aber die Suche nach dem richtigen Ort gestaltete sich sehr schwierig. Aber das Blatt wendete sich, als uns Dominik ganz konkret anfragte, ob wir uns vorstellen könnten hier zu bleiben. Mary und ich haben uns mit dieser Frage ein paar Wochen auseinandergesetzt. Das grösste Gegenargument war, dass es finanziell schwierig wird. Auch im Anbetracht dessen, dass wir bald heiraten wollen. Hingegen wurde uns klar, dass wir bei Web Essentials wirklich am richtigen Ort sind. Ich fühle mich wohl in meinem Job. Im Verkaufsbereich lerne ich ständig dazu, mein Team entwickelt sich prächtig.

Dazu stehen Mary und ich voll und ganz hinter der Mission von Web Essentials.

Schlussendlich haben sich sehr viele Vorteile herauskristallisiert. Mary und ich haben uns für ein weiteres Jahr bei Web Essentials verpflichtet. Wir sind froh, dass wir die Last dieser sehr schwierigen Entscheidung los sind und sind sicher, dass wir eine gute Entscheidung gefällt haben. Hierbei vielen Dank an alle, die uns ermutigt haben, diesen Schritt zu machen und vorwärts zu gehen. Die Unterstützung aus der Schweiz ist nach wie vor riesig gross.

Veränderung

Speziell schwierig hier in Kambodscha ist dass die meisten Leute nur befristet hier sind. Es ist ein grosses kommen und gehen. Und das “Gehen” macht uns besonders Schwierigkeiten. In den letzten Wochen haben uns einige Menschen verlassen, die uns in unserer Zeit in Kambodscha sehr wichtig geworden sind. Speziell schwierig war der Abgang von Daniel, der mit uns 3 Monate bei Web Essentials gearbeitet hat und schnell ein guter Freund geworden ist, ist vor ein paar Wochen nach Hause gegangen. Und Sven, der 8 Monate mit mir zusammen gewohnt hat ist leider auch nach Hause gegangen. Seit her ist es so ruhig am Wochenende bei mir zu hause.

Bis Bald

Draussen regnet es im Moment in Strömen. Der Monsun gibt sein bestes. Es ist Regenzeit. Das heisst, normalerweise lässt es ein Mal pro Tag so richtig runter. Das Resultat sind Strassen, die aussehen wie Flüsse. Glücklicherweise haben unsere Motorräder hier einigermassen hohe Räder. Schwierig wird’s, wenn man von einem Lexus beinahe weg gespült wird. Die produzieren höhere Wellen als ein Personenschiff auf dem Bodensee. Wie auch immer, ich hoffe dass ich mehr Zeit finde um auf meinem Blog zu schreiben. Themen gibt es mehr als genug. Wenn ihr etwas genauer wissen möchtet, lasst es mich doch wissen.

Übrigens: Ich habe nun eine Schweizer Telefonnummer. +41 44 586 10 54. Ihr könnt mich nun zum Lokaltarif anrufen. Ich bin meistens erreichbar wenn bei euch Morgen ist.

Liebe Gruess und Shalom

Christoph