Kambodscha – Meine Erlebnisse, mein Leben und meine Arbeit

Kambodscha, ein spannendes und anderes Land. Ich versuche euch regelmässig über das Leben und die Entwicklungsarbeit in Kambodscha auf dem Laufenden zu halten. Was bedeutet Entwicklungsarbeit in Kambodscha? Was heisst es in Kambodscha zu leben? Was passiert in meiner Zeit hier? Falls du über etwas gerne mehr wissen möchtest, so lass es mich bitte wissen.

Abschlussprüfungen

Written by chris on August 7th, 2012

Doch, die gibt es tatsächlich. Abschlussprüfungen. Am Ende des 12. Schuljahres gehts ans Eingemachte. Es werden Fragen gestellt in 13 Fächer. Kambodschanische Geschichte, Geografie, Biologie, Chemie, Mathematik, Englisch, Wissenschaften, Ethnologie, usw. In Khmer und Mathe gibt es je 100 Punkte zu holen, in den anderen Fächer je 50. Das ganze Land führt diesen Test an den selben zwei Tagen durch. Die selben Fragen werden gestellt in jeder Schule. Dieser Test ist wegweisend für die jungen Kambodschaner. Er entscheidet ob der Schüler weiter an eine Universität kann oder nicht. Viele Kambodschaner schaffen es gar nicht bis zur High School. Sie müssen schon während der Primar oder Sekundarschule aufhören zu lernen, weil sie es sich nicht leisten können. Die Schule ist in Kambodscha eigentlich gratis bis zum 12. Schuljahr, dennoch werden die Lehrer sehr schlecht bezahlt und erheben lern gebüren, die die Schüler regelmässig abliefern müssen. Viele Eltern mit drei oder mehreren Kindern können sich das nicht leisten. Viele Eltern nehmen auch ihre Kinder aus der Schule, damit sie bei der Arbeit auf den Reisfeldern oder auf dem Markt aushelfen können. Viele Organisationen versuchen Eltern zu ermuntern, dass sie ihre Kinder zur Schule senden um sicher zu stellen, dass sie dann später eine gute Ausbildung erhalten. Aber dennoch werden viele Kinder von der Schule abgezogen.
Im Gespräch mit meinen Mitarbeitern habe ich herausgefunden, dass die lernmotivation auf der High School nicht sehr hoch ist. Während den stunden wird geschwatzt, telefoniert, etc. Und den Lehrer kümmert es nicht wirklich. Andere Schüler sind nur teilzeit anwesend, weil sie sich neben der Schule auch noch um ihre Familie kümmern müssen. Dementsprechend schlecht sind die Schüler auf den Abschlusstest vorbereitet. Dennoch bestehen viele Schüler die tests. Warum? Die Schlüssel zum Test kommen im Voraus in den Umlauf. sie werden kopiert, verbreitet und verkauft. Bis zu 300$ legen Schüler auf den Tisch um einen Schlüssel zu erhalten. Die copy shops um die Schulen herum machen einen reissenden Umsatz in diesen Tagen. Früher würden die Strassen um die High Schools grossräumig abgesperrt und die Copyshops wurden geschlossen. Heute sieht es anders aus. Die Copyshops sind offen. Tag und Nacht. Sie machen das Geschäft des Jahres.
Den Aufpassern in den Klassenzimmern wird etwas zugesteckt, damit sie sich nicht all zu sehr auf das spicken achten.
Das schwindeln für Prüfungen ist hier zu Lande schon fast eine Kultur. Aber ist das zu rechtfertigen? Viele können sich nicht leisten ein weiteres Jahr in der Schule zu verbringen. Andere haben Angst, sie könnten das Gesicht verlieren, wenn sie auf der “durch gefallen” Liste stehen würden.
Jedoch hat dieses Phänomen seine Konsequenzen. Einmal bestanden treten viele Schüler in die Universität ein, obwohl sie völlig unterqualifiziert sind. Natürlich gibt es dann auch wieder Lösungen um sich durch die Universität durchzuschleichen, aber später hat das auch Auswirkungen auf das Berufsleben und die hiesige Wirtschaft.

 

Gesundheitsversorgung in Kambodscha

Written by chris on Juli 24th, 2012

Seit ich wieder in Kambodscha zurück bin, bin ich auf verschiedene Art und Weise mit dem Kambodschanischen Gesundheitssystem in Berührung gekommen. Vor zwei Wochen erhielt ich um Mitternacht ein Telefon von Bunny, meinem “kleinen Bruder” hier in Kambodscha. Sein Bruder hat sein Moto in ein Auto gerammt und liegt im Spital. Ein wenig später waren wir dann auch schon dort. Dass ein Unfall Leben verändern kann erscheint logisch. Aber in Kambodscha gibt es keine Versicherung oder Vorsorge. Somit kann ein Unfall eine ganze Familie in heftige finanzielle Probleme Stürzen. In Phnom Penh wird grundsätzlich jeder verunfallte von einer Ambulanz abgeholt. Ob er dann im Spital behandelt wird hängt oft damit zusammen ob er Geld bei sich hat. Es kommt nicht selten vor, dass einer einfach im Notfall liegen bleibt bis jemand Geld vorbei bringt. Oft ist es bis dann zu spät. Spitäler erhalten sehr wenig Unterstützung aus der öffentlichen Hand und haben somit keinen Spielraum um Patienten aufzunehmen, die Ihre Versorgung nicht selber finanzieren können.

Umso mehr waren wir erstaunt, dass Bunnys Bruder schon im Röntgen lag, als wir angekommen sind. Callmette ist ein Spital, das von Frankreich unterstützt wird und verhältnismässig hohen Standard anbietet. Bunnys Bruder hatte Glück, dass er in ein solches Spital gebracht wurde und nicht in eine privat Klinik oder das Regierungsspital. Private Spitäler sind oft schlecht ausgerüstet und die Ärzte sind nicht gut ausgebildet. Diese Kliniken senden in der Nacht ihre Ambulanzen auf Streife. Sie hören den Polizeifunk ab und versuchen so schnell wie möglich den Nächsten Patienten einzusammeln. Oft mit verheerenden Folgen, weil diese Patienten in den Privatkliniken nicht sauber oder gar nicht behandelt werden.

Bunnys Bruder hatte Glück im Unglück. Er hatte sich den Oberschenkel gebrochen und sich einige Schürfungen im Gesicht zugezogen. Erstaunlicherweise wurde er relativ schnell fürs Erste verarztet und in ein Zimmer eingeliefert. Das Zimmer hat 3 Betten. Keine Klimaanlage aber ein Ventilator. Im ersten Bett liegt ein Franzose. Ihm wurde das Bein amputiert. Er ist schon seit zwei Monaten im Spital. Auf der anderen Seite ein Kambodschaner mittleren Alters. Ihm hängen viele Schläuche aus dem Bauch. Bunnys Bruder bewegt sich nach wie vor nicht wirklich. Im Spital steht so quasi nichts zur Verfügung. Darum war es nötig das wichtigste zu organisieren. Bettpfanne, Wasser, etwas zu essen, Zahnbürste, Seife. Viele Leute halten sich im Zimmer auf. Oft bleibt die ganze Familie mit dem Patienten im Spital und kümmert sich um ihn. Weil nicht immer alle Platz haben richten sich Angehörige ausserhalb des Spitalblocks ein.

Mittlerweile ist es 3 Uhr morgens. Es fühlt sich im Spital an, wie wenn es mitten am Tag ist. Viel Hektik, viele Leute. Als Bunnys Bruder schliesslich platziert wurde und wir die erste Rechnung bezahlt haben machten wir uns dann auf den Nachhause weg.

Die Anzahl der Verkehrsumfälle in der Nacht ist horrend. Nach etwa 9 Uhr herrscht Hierarchie auf der Strasse. Die Polizei macht Feierabend um etwa 7 Uhr. Die Ampeln stellen ab und der Verkehr nimmt ab. Die leeren Strassen führen dazu dass viele vor allem junge Fahrer die Geschwindigkeit Ihrer Motorräder ausnützen. Oft ohne Helm und mit Alkohol im Blut. Und ohne Rücksicht auf Verlust. Regelmässig fahren wir an Unfallstellen vorbei. Falls der Unfallverursacher flüchten kann, tut er das auch. Bleibt einer verletzt liegen passiert es nicht selten, dass ihm alles aus den Hosentaschen genommen wird bevor sich jemand um Ihn kümmert.

Bunnys Bruder hatte Glück. Er war viel zu schnell Unterwegs auf dem Moto eines Freundes. Der Freund hat sich rechtzeitig vom Moto gestürzt und blieb unverletzt während Bunnys Bruder die Kontrolle verlor und in ein Auto krachte. Für eine Familie wie Bunnys Familie bedeutet ein derartiger Unfall ein finanzielles Desaster. Spitalkosten, geschrottetes Moto, kaputtes Auto… Obwohl beim Letzteren hatten sie Glück. Bunnys Vater kennt den Polizeichef und muss für den Autoschaden nicht aufkommen. Ihm hat das löcherige System für einmal in die Hände gespielt.

Ich sehe weiterhin jede Nacht Jungs auf ihren Motos durch die Strassen rasen. Auch sie werden mal die Kontrolle verlieren. Das frustrierende ist, dass meistens unbeteiligte von diesen Unfällen betroffen sind.

 

Kambodscha Newsletter Nummer 10

Written by chris on Juli 5th, 2012

Nei-Ho!

Nei – Ho ist kantonesisch und heisst so viel wie du – gut? Oder auch Hallo. Warum jetzt eine kantonesische Begrüssung kommt kann man sich einfach ausmalen.

Ich habe schon lange nicht mehr geschrieben. Je länger ich in Kambodscha bin, desto mehr pendelt sich ein Alltag ein. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es gar nichts zu schreiben gibt. Anderseits ist das gar nicht wahr. Viel hat sich getan im letzten halben Jahr. Also legen wir mit unserer Rundreise.

Vorbereitung

Das letzte halbe Jahr war neben der Arbeit eigentlich hauptsächlich von einem Thema geprägt. Heiraten. Eins, zwei, drei Hochzeitsfeste organisieren und das erst noch von Kambodscha aus, ist gar nicht so einfach. Grosse und kleine Herausforderungen mussten gemeistert werden. Darum hat Mary mit Hilfe von Internet und Freundinnen eine riesige To-do Liste angefertigt. Das war eine Furchteinflössende Liste. Da war gutes Projektmanagement gefragt. Also wurden Flüge gebucht, Daten festgelegt, Kirche reserviert, Restaurant gebucht, Schwester aktiviert, Budget zusammengestellt, Gästelisten geschmälert und wieder ergänzt, Fotos gemacht, Gerüchte wiederlegt, Entscheidungen gerechtfertigt, etc. Wir hätten das alles niemals hinbekommen, wenn wir nicht aus allen Richtungen Unterstützung gehabt hätten. Ein riesen Spektakel war der Druck der Einladungen. Ich glaube Mary und ich kennen nun jeden Printshop in der Stadt. Und wir wissen, dass keiner von denen einen sauberen Druck hinbekommen. Schwierig ist es auch einen ganz normalen Ehering zu finden, der nicht mit Diamanten vollgepflastert ist. Das Problem konnten wir dann erst in New York lösen.

Hochzeitsbilder auf Kambodschanisch

Wie dem auch sei, dann war es auf einmal soweit und wir packten unsere Koffer und machten uns auf den Weg in die

Schweiz…

Ich bin einige Tage vorausgeflogen um in der Schweiz noch einige Kunden zu treffen. Es war eine super Gelegenheit die Menschen zu treffen, mit denen ich schon seit geraumer Zeit nur per Telefon und Email zu tun hatte.

Ich wurde sehr warm in der Schweiz empfangen. Es ist ein riesiger Genuss, in die Schweiz zu kommen und all diese wunderbaren Leute zu treffen. Ich versuchte jeden Tag mit vollen Zügen zu geniessen. Doch die Uhr tickte und wir spürten die Anspannung vor der Hochzeit. Mary kam eine Woche später und ist dann auch gleich wieder in die Staaten weitergereist um sich um die Hochzeit zu kümmern.

Neben den tollen Begegnungen musste ich mich auch noch einigen unangenehmen Angelegenheiten widmen. Ich hatte eine Auseinandersetzung mit der Krankenkasse, die mir die Prämie zuerst erhöhen und später sogar kündigen wollten. Zum Glück konnten wir uns dann einigen. Ich habe mir ein paar Mal gewünscht, nicht von der Krankenkasse abhängig zu sein…

Und dann war es doch auch bald an der Zeit dass auch ich mich bereit mache. Nur dieses mal war ich nicht alleine, denn mit mir reisten noch 25 andere Leute nach

New York

Unglaublich aber wahr, denn 25 Familienmitglieder und Freunde haben sich mit mir auf den Weg nach New York gemacht um mit uns unsere Hochzeit zu feiern. Wir sind nach wie vor Sprachlos. Denn ursprünglich haben wir absichtlich keine offizielle Einladung in die Schweiz gesendet weil wir nicht erwarteten, dass so viele Leute bereit sind in die Staaten zu fliegen für unsere Hochzeit. In ungefähr 12 verschiedenen Flugzeugen sind wir in New York eingeträufelt.

Das Wiedersehen mit Marys Familie und Freunden war herzlich. Es war schon fast wie zu Hause ankommen.

Am Tag vor der Hochzeit trafen sich die meisten Familienangehörigen zum sogenannten Rehearsal. Das heisst, der ganze Gottesdienst wurde durchgeprobt. Gefolgt von überriesigen Pizzas und Bier. Es war unbeschreiblich, so viele Familienmitglieder und Freunde auf fremdem Territorium zu sehen.

Hochzeit in New York

Und dann war er da, der grosse Tag. Bei strahlendem Sonnenschein durften wir uns das Ja-Wort geben. Unser Pfarrer hat den Gottesdienst mit den folgenden Worten gestartet: “Wie kommt es, dass sich eine Amerikanerin mit Chinesischen Wurzeln, die einen Schweizer in Kambodscha kennengelernt hat, sich hier in New York von einem Indischen Pfarrer trauen lässt?” Gute Frage. Ich denke diese Umstände geben unserer Beziehung einen gen besonderen Charakter.

Meine Trauzeugen hatten eine super Figur abgegeben und Mode in New York neu definiert. Und Mary war eine bezaubernde Braut.

Nach einem Photoshooting und unserem ersten Tanz im Central Park trafen wir uns zum Abendessen. Für unsereins waren die Umstände nicht ganz gewohnt. Es war ein traditionell Chinesisches Mal. 13 Gänge haben auf uns gewartet. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Reis, Nudeln, Dumplings, etc.

Viel zu früh war dann die ganze Party schon vorbei. Obwohl ich ehrlich gesagt nicht unglücklich war, dass ich mich mit meiner neuen Frau endlich zurückziehen durfte.

Am darauf folgenden Tag trafen wir uns auf Initiative meiner Schwester auf dem Rockefeller Zentrum. Es war unbeschreiblich schön mit meinen Geschwister, Mutter und Frau auf einem der berühmtesten Gebäude der Welt, fern von zu Hause zu stehen und New York zu bestaunen.

Nach und nach sind dann die lieben Leute wieder zurückgekehrt. Wir registrierten noch unsere Ehe in der City Hall und schon bald machten wir uns auf den Rückflug in die

Schweiz

Und auch dieses Mal nicht alleine. Marys Geschwister, Mutter, Tante und Cousine sind uns nachgeflogen. Ueli hat sie in seinem frisch umgebauten Hinterhaus untergebracht.

Kaum angekommen, durften wir uns das zweite Mal als Hochzeitspaar präsentieren. Wir wussten nicht was passieren wird. Meine Schwester Olivia hat die Organisation der Schweizer Party in die Hände genommen und uns im Dunkeln gelassen. Nur so viel: Es war ein perfekter Abend. Alles hat gestimmt und nichts hat gefehlt. Wir sind Olivia und allen die beteiligt waren nach wie vor riesig Dankbar.

Hochzeit in der Schweiz

In der kommenden Woche war Sight-Seeing angesagt. Schliesslich wollte unser Besuch die Schweiz kennenlernen. Und so kam es, dass wir jeden Tag an einem anderen Ort gelandet sind.

Schlussendlich ist unser Besuch abgereist und wir haben uns für drei Tage nach Davos abgesetzt um uns von allen diesen Erlebnissen zu erholen. Und wir haben es genossen. Die Berge waren wunderschön. Leider war die Zeit viel zu Kurz und schon bald mussten wir uns bereit mache um wieder abzureisen nach

Südkorea

Das war eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp und ist gar kein eigenes Kapitel wert. Dennoch war es sehr interessant in dieser riesigen Stadt. Sehr eindrücklich war unserer Besuch an der Nordkoreanischen Grenze bevor wir noch am gleichen Tag nach

Kambodscha

Weitergereist sind. Home Sweet Home. Es war gut, wieder nach Kambodscha zu kommen. Bevor wir wieder mit Arbeiten angefangen haben mussten wir noch unseren Jetlag losbekommen und meine Wohnung für zwei Personen tauglich machen. Es ist unglaublich wie viel Material wir innerhalb dieser zwei ½ Jahren angesammelt haben.

Bei Web Essentials wurden wir mit grossen Freuden empfangen. Die ersten Tage waren sehr anstrengend. Viele Updates, neue Kunden, neue Projekte, etc. Aber das lässt sich nicht ändern nach einer so langen Absenz.

Wir werden in einem anderen Newsletter mehr über die Arbeit berichten. Ich würde gerne erst die Hochzeitsangelegenheiten abschliessen. Denn es geht noch weiter. In der Zwischenzeit haben wir noch eine letzte Hochzeit auf die Beine gestellt. Noch einmal buchen, noch einmal Einladungsliste, noch einmal Anzug und Hochzeitskleid. Auf dem Dach eines Hochhauses haben wir dann mit unseren Kambodschanischen und internationalen Freunden bei strömenden Regen unsere dritte und letzte Hochzeitsfeier gefeiert.

Nun ist die Hochzeit-Zeit vorbei. Wir durften drei Mal feiern. Wir durften mit so vielen wunderbaren Menschen anstossen. Es war eine riesige, unvergessliche Zeit.

Ich hoffe wir werden bald wieder schreiben können, denn es tut sich einiges hier in Kambodscha.

Übrigens, auf meine Webseite werdet ihr noch mehr Bilder finden.

Liebe Grüsse

Christoph und Mary Lüthy

 

 

Valentinstag in Kambodscha. Love is in the air! Oder auch nicht.

Written by chris on Februar 15th, 2012

Ja tatsächlich hat der Valentinstag hier in Kambodscha, oder zumindest in Phnom Penh einen riesigen Stellenwert. Bon Sang-Sa (Schatzeli-Fest) oder Bon Ney Kdey Srolang (Fest der Liebe) wird der 14. Februar hier genannt. Ein riesiges Marketingspektakel zeichnet sich schon mehrere Wochen vor dem 14. Februar ab. Besonders beliebt sind riesige Stofftiere, Hello Kitty Accessoires und eigentlich alles was pink und rosarot ist.
Doch es liegen Sorgen in der Luft. Vor einiger Zeit habe ich in einem Beitrag über Beziehungen hierzulande erzählt: http://chrisincambodja.ch/2010/09/love-message/
Die Verwaltung und Eltern machen sich sorgen am Valentinstag. Teenager bleiben von der Schule Fern weil die Schüler mit ihren Honeys lieber in Shopping Malls gehen für einen Romantischen Tag (Shopping Malls sind das non plus Ultra hier). Und Singles gehen nicht zur Schule, weil ja sowiso niemand dort ist.
Schwieriger wird es wenn es um die Erwartungshaltungen von jungen Herren an ihre Honeys geht. Viele freuen sich auf ihr erstes Mal an diesem magischen Tag. Ob das ein Problem ist, ist eigentlich Ansichtssache, aber hier in Kambodscha ist es deutlich gegen die Traditionellen Vorstellungen, wenn er und sie eine sexuelle Beziehung haben vor der Ehe. Doch die Gästehäuser spüren die Möglichkeit und bieten Ihre Räume zu besonders günstigen Stundentarifen an. Ich lernte, dass am Valentinstag reihenweise Mädchen ihre Unschuld verlieren. Minderjährig, vor der Ehe. Mädchen versuchen sich noch stärker an die Traditionen zu halten. Schlussendlich haben sie auch mehr zu verlieren. Aber viele Jungs machen Druck und stellen ihre Mädchen vor der Wahl. Sex oder Trennung.
Dieses Jahr hat die Regierung präventive Massnahmen vorgenommen. Gästehäuser wurden angehalten, Teenager auf Ihre Volljährigkeit zu prüfen und wurden darauf vorbereitet, dass es zu Razzien kommen wird. Blumenstände rund um Schulen wurden verboten. Schüler die in der Nacht noch herumgeschlichen sind wurden von der Polizei nach Hause gseschickt. Schüler tragen Uniformen und sind von dem her erkennbar.
Sogar der Ministerpräsident hat seine Bedenken wegen dem Bon Sang Sa ausgedrückt.
Und Schulen haben Prüfungen für den 14. Februar angesagt, um die Schüler davon abzuhalten an diesem Tag fern zu bleiben.
Scheinbar haben die Vorkehrungen Wirkung gezeigt. Aber dennoch war Phnom Penh gestern im Ausnahmezustand. Und ich will das nicht nur als negativ bezeichnen. Die Strassen waren voll mit Autos, die Restaurants voll mit Besuchern. Fast jeder hatte etwas zu feiern gestern. Blumenverkäufer verkauften ihre Rosen für einen Dollar (normalerweise für 0.25$ zu haben). Love was in the air.
Junge Kambodschaner dürfen ihre Partner normalerweise selbst aussuchen (es gibt Familien, die arrangieren die Ehen ihrer Kinder) Aber im grossen und ganzen ist das Land noch sehr konservativ. Ganz im Kontrast zum Valentinstag. Einerseits ist es schön, das Land in einem derart ausgelassenen Zustand zu sehen, anderseits ist es schwierig zu beobachten, wie sich junge Leute blind einem Marketing Gag (Für mich ist der Valentinstag nichts anderes als Marketing) hingeben und dabei Entscheidungen treffen, die ihr Leben grundsätzlich verändern können. Wie gesagt können die Konsequenzen speziell für Frauen gnadenlos sein.
Love is in the air, oder auch nicht. Wie auch immer, ich habe mich dazu entschieden den Valentinstag auf die restlichen 364 Tage im Jahr zu verschieben :)

Hier ein interessanter Bericht: http://www.phnompenhpost.com/index.php/2012021454496/National-news/a-vigilant-valentines.html

 

Alltag in Kambodscha und seine Fazetten

Written by chris on Januar 26th, 2012

Was unterscheidet sich von meinem Alltag hier in Kambodscha von meinem Alltag in der Schweiz? Mal abgesehen vom Wetter?
Das erste Jahr in Kambodscha war ein wenig ausserordentlich. Ich habe an vielen verschiedenen Orten gearbeitet und hatte viele Aufgaben. Root IT, Englisch unterrichten, Khmer lernen, im Büro aushelfen, etc. Doch seit ich bei Web Essentials bin sieht es ein wenig anders aus. Mein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr am morgen. Meine Pünktlichkeit lässt zu wünschen übrig. Das hat nicht nur mit mir zu tun, sondern auch mit dem massiven Verkehr. Web Essentials ist am einen Ende der Stadt, ich wohne am anderen Ende der Stadt. Noch vor einem Jahr brauchte ich für diese Distanz etwa 15 Minuten mit meinem Motorrad. Mittlerweile hat sich die Verkehrssituation derart verändert, dass ich 30 oder mehr Minuten brauche. Es gibt viel mehr Autos und die Anzahl Strassenampeln hat sich verdoppelt binnen nur eines Jahres. Eine negative Folge davon ist, dass ich Asthma diagnostiziert bekommen habe. Dinge wie Vergaser oder den Motor abstellen kennt man hier in Kambodscha nicht. Oder kaum.
Wir arbeiten eine 5 Tageswoche, 40 Stunden. Meine Anstellung ist 80%, damit ich an 2 Morgen Khmerunterricht nehmen kann. Dennoch läuft es darauf heraus, dass ich meine freien Morgen meistens im Büro verbringe.
Mein Arbeitstag ist intensiv. Kunden Gespräche, Emails beantworten, Verträge schreiben, Konzepte schreiben, Arbeitsaufwände schätzen, Interne Sitzungen, Mitarbeitergespräche, Kundenkontakte mit der Schweiz, etc. Immer wieder wird es sehr spannend wenn es um einen Vertragsabschluss geht. Es ist ein schönes Gefühl, einen Vertrag unter Dach und Fach zu kriegen.
Die grösste Schwierigkeit die wir hier haben ist, dass wir ein hochqualitäts Produkt verkaufen. Webseiten auf TYPO3 mit Maintenance Service und regelmässigen Schulungen. Die Konkurenz ist gross. Vor allem kleinere inhouse firmen verkaufen ihre Webseiten für sehr kleine Preise. Die Herausforderung besteht darin unsere potentiellen Kunden wegen Kosten und Wert der Kosten zu überzeugen.
Da viele unserer Kunden aus Europa kommen bedeutet das auch, dass ich von Zeit zu Zeit einen Abend im Büro verbringe. Auf Grund der Zeitverschiebung.

Ich verlasse das Büro meist erst wenn es dunkel ist. Nach dem Arbeiten gehe ich Khmer Boxen. Das tut gut und hält fit. Seit neuestem hat Phnom Penh auch ein Kino. Oder ich treffe mich mit freunden oder in unserem Schweizer Hauskreis. Aber da die Möglichkeiten in Phnom Penh sehr begrenzt sind verbringen wir auch viele Abende zu Hause, kochen oder schauen einen Film oder beides.

Am Sonntag gehen wir in die internationale Kirche. Mittlerweile spiele ich fast jeden Sonntag Schlagzeug. Nach dem Gottesdienst verbringen wir normalerweise Zeit mit unseren Freunden und gehen für gewöhnlich zusammen Mittagessen.

Und alles andere aufregende was um mich herum passiert versuche ich natürlich im Blog fest zu halten ;)

 

Männer und Frauen in Kambodscha

Written by chris on Januar 19th, 2012

In meinen Khmer lektionen dreht es sich nicht nur um das sprechen, lesen und schreiben, sondern auch immer wieder um die hiesigen Bräuche und Gepflogenheiten.
Neuestens habe ich mich mit meinem Lehrer über die Position von Mann und Frau unterhalten. Denn eines steht für mich schon lange fest; als Frau in Kambodscha hat man es nicht einfach.
Eine traurige und schwierige Tatsache ist, dass Frauen in “Ehe-Material” und “Nicht-Ehe-Material” eingeteilt werden. Sexuelle Moral ist in Kambodscha sehr hoch geschrieben. Aber hinter dem Vorhang sieht es anders aus. Es wird oft früh geheiratet. Weil eine Aussereheliche Beziehung zwischen Mann und Frau nicht toleriert wird (in der Stadt noch eher als auf dem Land). Jetzt kommt dazu, dass viele verheiratete Männer noch ein “Sang-Sa” (Schatzi) nebenbei haben. Dies wäre dann eine oder mehrere Frauen der “Nicht-Ehe-Material” sorte. Mann findet sie vor allem in Karaoke Clubs. Es gibt unzählige Karaoke Klubs in Kambodscha. Von kleinen Lokalen bis zu ganzen Gebäuden. Karaoke ist mit Prostitution gleichzustellen. Wenn man einfach nur Karaoke singen gehen möchte, muss man wissen wo. Wie gesagt, haben viele Ehemänner noch eine Freundin nebenbei. Meist weiss die Ehefrau von dieser Beziehung und ignoriert sie. Es steht der Ehefrau nicht zu sich zu wehren.
Aber wie kann es passieren, dass Fremd gehen so kultiviert wird? Die genaue Antwort habe ich nicht. Denn es widerspricht eigentlich absolut der Kambodschanischen tradition. Dennoch haben die Männer die Möglichkeit sich ohne grossen Aufwand im Tempel wieder rein zu waschen. Diese Möglichkeit bleibt einer Frau verwehrt. Eine Frau, die unehelichen Geschlechtsverkehr hatte gilt als befleckt und wird geächtet. Sie wird zum “Nicht-für-Ehe” Material.
Dies ist auch der Grund wiso eine Scheidung oder eine Trennung für eine Frau Verheerende Folgen haben kann. Sie wird verstossen und die Chance dass sie wieder einen Ehemann findet sind sehr klein.
Mein Lehrer hat mir erklärt, dass man die Frauen als Papier und die Männer als Seife bezeichnet. Macht eine Frau etwas das nicht den Erwartungen entspricht, so wird das Papier besudelt. Das Papier kann bis zu einem gewissen grad wieder gesäubert werden, aber wird nie mehr so aussehen wie zuvor. Sprich sie wird ihr Vergehen nie mehr richtig los. Männer werden als Seife bezeichnet, weil eine Seife gut riecht. Auch wenn Seife in schmutziges Wasser wirft riecht sie noch immer gut.

Bitte beachtet, dass dieser Text nicht meine Meinung wiederspiegelt, sondern das eine Auslegung von dem ist, was ich hier gehört, gesehen und gelernt habe.

 

Zum neuen Jahr

Written by chris on Januar 15th, 2012

es ist a der zeit dass ich wieder mal etwas schreibe. die zeiten sind hektisch. auch hier in kambodscha ist viel los.
die weihnachtszet ist vorbei. mein weihnachtsbaum ist wieder in die schachtel verstaut worde. zum zweiten mal.
wir hatten ein wndervolles fest mit freunden am sylvesterabend. wir haben ein boot gemietet auf dem tonle sap und sind fuer drei stunden auf dem wasser hin und her gegondelt. etw fuenfzig leute sind gekommen. dreissig haette ich hoechstens erwartet. das tollste war , dass mein lieber freund und tuktuk fahrer mit uns gekommen ist und seine familie mitgebracht ht. kon und ich wurden zu sehr guten freunden. wir unterhalten uns stundenlang auf khmer. danke hierbei an devid und anna. ich bin nach wie vor mit der khmer schrift beschaeftigt. ein riesen projekt. aber mein lehrer sothea macht eine super job. nach wie vor. er hat uebrigens mittlerweile geheiratet. das war ein ganz spezieller anlass.
in der arbeit ist es sehr intensiv im moment. aber ich bin gluecklich,dass ich ein paar wichtige erfolge erzielen durfte. keider hoert mein mitarbeiter makara auf ende monat auf. es wird sehr schwierig werden ene ersatz zu finden. aber ich freue mich auch darauf jemand neues in mein feld einarbeiten zu duerfen.
und a der hochzeitsfront geht natuerlich die post ab. die fluege sind gebucht. die daten festgelegt und kommuniziert. die gaestelisten sind geschrieben, das restaurant gefunden und die ehevorbereitung via skype mit marys pastor sind super interessant. wir freuen uns sehr bis es soweit ist. aber es wartet noch unglaublich viel arbeit auf uns. und auch schwierige entscheidungen muessen gefaellt werden. aber es fuehlt sich sehr gut an zu spueren wie viele von euch sich mit uns mitfreuen.
bitte entschuldigt die fehlenden kommas. ic schreibe diesen eintrag auf einem sehr schreibeunfreundlichen geraet. aber es klappt. bis zum naechsten mal.

 

Wieder mal Weihnachten in Kambodscha

Written by chris on Dezember 22nd, 2011

Bezüglich Weihnachten bin ich äusserst Konservativ. Zuerst Weihnachten im Familienkreis, dann Weihnachten bei Grossmami, dann Weihnachten mit Grossmutti. Anders gehts nicht. Volles Programm vom 24. bis zum 26. Und wenn ich mal Heirate wird das meine Frau mitmachen müssen. Oder auch nicht. Jetzt hat sich sowiso alles verändert. Weihnachten bei weihnächtlichen 30 Grad warten auf uns. Von Familie keine Spur. Halloooooooo wo seeeeeeeeit iiiiiiiiiiiiihr?? Ok, zumindest wird Marys Schwester in 24 Stunden bei uns ankommen. Somit sind wir schon fast eine kleine Familie. Ich habe das Gefühl, im Ausland zu leben lässt konservatives Denken nicht zu. Hier ist ja alles anders. Alles? Nicht ganz. Der Weihnachtsstress bleibt uns erhalten. Es geht mächtig zu und her bei Web Essentials. Nach einer ruhigen Phase werden wir im Moment von Anfragen überschüttet. Was speziell für mich einen haufen Arbeit und viele Überstunden bedeutet. Verträge, Konzepte, Meetings, Skype Meetings, Interne Besprechungen, Absagen und Zusagen, Weihnachts event, Kunden Weihnachten, etc. Eine riesige Achterbahn.
Auch Kambodscha, zumindest Phnom Penh, bereitet sich auf Weihnachten vor. Die Zahl der aufblasbaren Christmas Men hat sich sicherlich verdoppelt. Das Arsenal an Plastikutensilien und Schmuckstücken vervierfacht. Und mein Weihnachtsbaum zu Hause ist noch viel schöner als letztes Jahr. Sogar die Palmen auf meinem Balkon haben etwas Bling Bling abbekommen.
Im Moment hat sich aber bei mir vieles Beruhigt. Ich freue mich sehr auf meine Hochzeit. Obwohl noch vieles im Ungewissen ist. Selbst die Airline die wir gebucht haben ging bankrott. Aber wir sind zuversichtlich, dass schlussendlich alles klappen wird.
Heute Abend feiern wir ein wenig früher Weihnachten im Kreise unserer Schweizer und Deutschen freunde. Ein Kambodschaner wird für uns ein Festessen zubereiten. Wir freuen uns.
Ich hoffe ihr seid alle bereit für Weihnachten. Ich wäre noch so gerne mit euch. Vielleicht nächstes Jahr, oder sonst irgendwann.

 

Newsletter No 9

Written by chris on November 21st, 2011


Sieht interessant aus, nicht? Seit meiner Rückkehr befasse ich mich mit der Khmer Schrift. Ich wusste, dass es ein grosses Unterfangen wird, doch dass es so schwierig ist? Die Schrift benutzt 33 Konsonanten, 24 Vokale und 14 Initialvokale. Das würde ja noch gehen. Jetzt kommt es auf die Kombination von Konsonant und Vokal an, wie der Vokal jetzt ausgesprochen wird. Abgesehen von den unzähligen Ausnahmen, die man einfach kennen muss. Dazu kommt, dass es die normale Schrift und die schöne Schrift. Aber es geht voran und mein Lehrer ist ganz zufrieden mit mir. Das sagt er zumindest.

Die Weihnachtszeit nähert sich. Und das spüren wir sogar hier in Phnom Penh. Plastikweihnachtsbäume werden aufgestellt, die ganzjährige Weihnachtsbeleuchtung an gewissen Hotels leuchtet weiter und die Durchschnittstemperatur ist von 30 auf ca 28 Grad herunter gekommen. Wie ihr wahrscheinlich diesen Zeilen entnehmen könnt, kriegen wir hier von Vorweihnachten nicht wirklich viel mit. Dennoch ist es schon fast ironisch, dass ich meinen hübschen Plastik Weihnachtsbaum wieder reaktivieren darf. Ich habe ihn eigentlich nur für den einmaligen Gebrauch gekauft. Hätte nicht gedacht, dass ich diesen Baum noch einmal verwenden werde.

Die Macht der Natur

Dass es viel geregnet hat hier ist vermutlich keine Neuigkeit. Thailand stand unter Wasser, Kambodscha stand unter Wasser. Phnom Penh wurde verschont. Doch das Flussbett vom Tonle Sap am Phnom Penh Flussufer stand knapp einen Meter vor dem Überfliessen. Ich schätze das Wasser war etwa 7 Meter höher als normal. Auf dem Land ging es dramatischer zu und her. Ganze Landstriche wurden überflutet. Die Touristenstadt Siem Reap bei Angkor Wat stand komplett unter Wasser. Hier ein paar Zahlen und Fakten: Geschätzte 1.2 millionen sind und waren von den Fluten betroffen (Bevölkerung Kambodscha: 14 millionen). Mehr als 247 Menschen haben ihr Leben im Wasser gelassen. Ca 400’000 Hektaren Reisfelder (das entspricht etwa 10 Mal die Fläche vom Kanton Basel land) und 3’000 km Strasseninfrastruktur wurde zerstört. Mehr als 1’000 Schulen wurden überflutet.

Phnom Penh Hochwasser

Mittlerweile hat sich das Wasser verzogen, aber jetzt warten grosse Probleme auf die Landbevölkerung. Viele haben ihre Reisernte verloren. Kambodschanische Bauern leben ausschliesslich von ihrem Reis. Neben dem Reis den sie lagern für den Eigenverzehr verkaufen sie den Rest für ein wenig Einkommen. Ein Bauer verdient um die 50$ im Jahr. Viele Landbewohner stehen jetzt vor dem Nichts. Kein Haus, kein Reis, keine Sanitären Anlagen.

Mittlerweile ist es ruhig in den lokalen Medien betreffen den Fluten. Aber die Probleme sind noch lange nicht gelöst und Kambodscha wird noch länger mit den Auswirkungen dieser Flut zu kämpfen haben.

Web Essentials

Bei Web Essentials geht das Geschäft weiter. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass fast niemand von unseren Mitarbeitern persönlich betroffen ist. Und auch dass keiner unserer Notfallpläne im Falle einer Flut in Phnom Penh zum Einsatz gekommen ist.

Dominik und Rebekka sind für fast zwei Monate in die Schweiz zurück gekehrt. Einerseits um an der TYPO3 Konferenz in Frankfurt teilzunehmen (TYPO3 ist eine Frei erhältliche Software die hilft eine Webseite aufzubauen, Web Essentials ist auf diese Software spezialisiert und setzt sich für deren Entwicklung in Südostasien ein). Zwei unserer Kambodschanischen Mitarbeiter sind auch mit nach Frankfurt geflogen um unsere Kunden persönlich kennenzulernen.

Ausserdem haben sich Dominik und Rebekka mit Yannik ein paar Wochen Zeit genommen um eine Auszeit zu nehmen. Sie hatten diese Auszeit bitter nötig. Diese Zeit war für mich sehr anstrengend. Ich hatte das Gefühl dass die ganze Verantwortung des Betriebs in meinen Händen liegt. Es hat mich Zeit und Nerven gekostet bis ich realisiert habe, dass diese Verantwortung nicht nur bei mir liegt, sondern dass wir diese Verantwortung aufteilen können. Mittlerweile sind Dominik und Rebecca wieder zurück.

Shrimp auf meinem Mini Grill


Wir sind stolz, dass Dominik und Rebekka mit Web Essentials den Stop Armut 2015 Preis gewonnen haben. Stop Armut 2015 ist eine Organisation, die sich zum Ziel macht die Regierung auf die 8 Millenniumsziele regelmässig aufmerksam. Wir sind sehr stolz über diese Auszeichnung.

Besuch

Besucher gehören für mich zu den grössten Höhepunkten. Vor allem Besucher aus der eigenen Familie! Und im Oktober hatten wir jede Menge Besucher. Zuerst beehrte uns Dominik und Maike mit ihrer Anwesenheit. Sie waren in Siem Reap genau zur Zeit der Überflutungen. Eine Woche darauf haben wir uns dann in Phnom Penh getroffen. Wir verbrachten ein paar super Tage in Phnom Penh bevor sie dann wieder nach Hause gegangen sind.

Kurz darauf kamen meine Mutter und Edgar auf Besuch. Es war eine Riesen Sache für uns alle, dass dieser Besuch stattfinden durfte. Und das Beste war, dass sich ihr Besuch gerade mit einem Feiertag kreuzte, so hatten wir ein paar Tage Zeit um ans Meer zu reisen.

Edgar und Mami in Phnom Penh
Ich bin sehr dankbar für diese Zeit. Ich bin auch froh, dass sie sehen durften wo und was ich arbeite und was es heisst in Kambodscha zu arbeiten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass auch wenn ich noch so fest versuche zu beschreiben, das letzte Stück noch fehlt. Aber wenn jemand hier war geht das viel besser.

Heiraten

Jetzt also doch noch. Die Konsequenz einer Verlobung ist scheinbar die Hochzeit (hat mir niemand gesagt hehe ;). Die Hochzeitsvorbereitungen haben angefangen. Und langsam nimmt das ganze auch Formen an. Mary und ich werden am 19. Mai in New York heiraten. Und weil wir nicht erwarten können, alle meine Schweizer Freunde, Familie, Bekannte und Fans in die Staaten kommen, werden wir darauf hin in die Schweiz kommen um anzustossen. Wir freuen uns sehr. Aber im Moment ist die das Thema Hochzeit vor allem mit vielen schwierigen Entscheidungen verknüpft. Und auch mit der Tatsache, dass wir finanziell sehr eingeschränkt sind. Für uns hat die Hochzeit einen hohen Stellenwert. Aber wir versuchen uns mit Kompromissen auf eine Machbare, einfache Lösung zu konzentrieren. Mary kümmert sich um einen Nebenjob um noch zusätzliches Einkommen zu generieren.

Wenn ihr unsere Hochzeitsfeier unterstützen möchtet, wären wir natürlich riesig Dankbar. Schreibt einfach den Vermerk “Hochzeit” auf die Einzahlung.

Bis Bald

Kambodscha ist ein intensives Land. Und wir haben ein intensives Leben in Kambodscha. Wir stehen zwischen Sozialen Konflikten, einer unglaublich schnellen Entwicklung, unserer persönlichen Entwicklung, Armut, Korruption, Reichtum, etc. Manchmal macht das sehr müde, aber anderseits gibt uns genau das wieder den Drive und eine Grundlage hier zu sein. Es ist schön zu sehen, dass die Samen, die auch auf Grund eurer Unterstützung gepflanzt werden können wachsen.

Wir sind weiterhin auf Unterstützung für unser tägliches Leben angewiesen. Wenn ihr mich einmalig oder regelmässig unterstützen möchtet könnt Ihr das immer noch tun. Es wäre eine grosse Hilfe für mich/uns.

Liebe Gruess und Shalom

Christoph

 

Dominik und Rebecca und Web Essentials auf Radio DRS

Written by chris on Oktober 25th, 2011

Radio DRS hat eine Dokumentation über das Leben am Mekong veröffentlicht. Auf ihrem Weg sind sie auch bei Web Essentials vorbei gekommen.

Hier findet ihr diese interessante Dokumentation:

http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/atlas/2613.sh10197728.html

Kurz vor der Mitte beginnt der Teil mit Dominik und Rebecca. Ich hoffe dieser kurze Bericht gibt euch einen weiteren Einblick was es heisst in Kambodscha zu leben und zu arbeiten.

Viel Spass