Kambodscha Newsletter Nummer 10

Written by chris on Juli 5th, 2012

Nei-Ho!

Nei – Ho ist kantonesisch und heisst so viel wie du – gut? Oder auch Hallo. Warum jetzt eine kantonesische Begrüssung kommt kann man sich einfach ausmalen.

Ich habe schon lange nicht mehr geschrieben. Je länger ich in Kambodscha bin, desto mehr pendelt sich ein Alltag ein. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es gar nichts zu schreiben gibt. Anderseits ist das gar nicht wahr. Viel hat sich getan im letzten halben Jahr. Also legen wir mit unserer Rundreise.

Vorbereitung

Das letzte halbe Jahr war neben der Arbeit eigentlich hauptsächlich von einem Thema geprägt. Heiraten. Eins, zwei, drei Hochzeitsfeste organisieren und das erst noch von Kambodscha aus, ist gar nicht so einfach. Grosse und kleine Herausforderungen mussten gemeistert werden. Darum hat Mary mit Hilfe von Internet und Freundinnen eine riesige To-do Liste angefertigt. Das war eine Furchteinflössende Liste. Da war gutes Projektmanagement gefragt. Also wurden Flüge gebucht, Daten festgelegt, Kirche reserviert, Restaurant gebucht, Schwester aktiviert, Budget zusammengestellt, Gästelisten geschmälert und wieder ergänzt, Fotos gemacht, Gerüchte wiederlegt, Entscheidungen gerechtfertigt, etc. Wir hätten das alles niemals hinbekommen, wenn wir nicht aus allen Richtungen Unterstützung gehabt hätten. Ein riesen Spektakel war der Druck der Einladungen. Ich glaube Mary und ich kennen nun jeden Printshop in der Stadt. Und wir wissen, dass keiner von denen einen sauberen Druck hinbekommen. Schwierig ist es auch einen ganz normalen Ehering zu finden, der nicht mit Diamanten vollgepflastert ist. Das Problem konnten wir dann erst in New York lösen.

Hochzeitsbilder auf Kambodschanisch

Wie dem auch sei, dann war es auf einmal soweit und wir packten unsere Koffer und machten uns auf den Weg in die

Schweiz…

Ich bin einige Tage vorausgeflogen um in der Schweiz noch einige Kunden zu treffen. Es war eine super Gelegenheit die Menschen zu treffen, mit denen ich schon seit geraumer Zeit nur per Telefon und Email zu tun hatte.

Ich wurde sehr warm in der Schweiz empfangen. Es ist ein riesiger Genuss, in die Schweiz zu kommen und all diese wunderbaren Leute zu treffen. Ich versuchte jeden Tag mit vollen Zügen zu geniessen. Doch die Uhr tickte und wir spürten die Anspannung vor der Hochzeit. Mary kam eine Woche später und ist dann auch gleich wieder in die Staaten weitergereist um sich um die Hochzeit zu kümmern.

Neben den tollen Begegnungen musste ich mich auch noch einigen unangenehmen Angelegenheiten widmen. Ich hatte eine Auseinandersetzung mit der Krankenkasse, die mir die Prämie zuerst erhöhen und später sogar kündigen wollten. Zum Glück konnten wir uns dann einigen. Ich habe mir ein paar Mal gewünscht, nicht von der Krankenkasse abhängig zu sein…

Und dann war es doch auch bald an der Zeit dass auch ich mich bereit mache. Nur dieses mal war ich nicht alleine, denn mit mir reisten noch 25 andere Leute nach

New York

Unglaublich aber wahr, denn 25 Familienmitglieder und Freunde haben sich mit mir auf den Weg nach New York gemacht um mit uns unsere Hochzeit zu feiern. Wir sind nach wie vor Sprachlos. Denn ursprünglich haben wir absichtlich keine offizielle Einladung in die Schweiz gesendet weil wir nicht erwarteten, dass so viele Leute bereit sind in die Staaten zu fliegen für unsere Hochzeit. In ungefähr 12 verschiedenen Flugzeugen sind wir in New York eingeträufelt.

Das Wiedersehen mit Marys Familie und Freunden war herzlich. Es war schon fast wie zu Hause ankommen.

Am Tag vor der Hochzeit trafen sich die meisten Familienangehörigen zum sogenannten Rehearsal. Das heisst, der ganze Gottesdienst wurde durchgeprobt. Gefolgt von überriesigen Pizzas und Bier. Es war unbeschreiblich, so viele Familienmitglieder und Freunde auf fremdem Territorium zu sehen.

Hochzeit in New York

Und dann war er da, der grosse Tag. Bei strahlendem Sonnenschein durften wir uns das Ja-Wort geben. Unser Pfarrer hat den Gottesdienst mit den folgenden Worten gestartet: “Wie kommt es, dass sich eine Amerikanerin mit Chinesischen Wurzeln, die einen Schweizer in Kambodscha kennengelernt hat, sich hier in New York von einem Indischen Pfarrer trauen lässt?” Gute Frage. Ich denke diese Umstände geben unserer Beziehung einen gen besonderen Charakter.

Meine Trauzeugen hatten eine super Figur abgegeben und Mode in New York neu definiert. Und Mary war eine bezaubernde Braut.

Nach einem Photoshooting und unserem ersten Tanz im Central Park trafen wir uns zum Abendessen. Für unsereins waren die Umstände nicht ganz gewohnt. Es war ein traditionell Chinesisches Mal. 13 Gänge haben auf uns gewartet. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Reis, Nudeln, Dumplings, etc.

Viel zu früh war dann die ganze Party schon vorbei. Obwohl ich ehrlich gesagt nicht unglücklich war, dass ich mich mit meiner neuen Frau endlich zurückziehen durfte.

Am darauf folgenden Tag trafen wir uns auf Initiative meiner Schwester auf dem Rockefeller Zentrum. Es war unbeschreiblich schön mit meinen Geschwister, Mutter und Frau auf einem der berühmtesten Gebäude der Welt, fern von zu Hause zu stehen und New York zu bestaunen.

Nach und nach sind dann die lieben Leute wieder zurückgekehrt. Wir registrierten noch unsere Ehe in der City Hall und schon bald machten wir uns auf den Rückflug in die

Schweiz

Und auch dieses Mal nicht alleine. Marys Geschwister, Mutter, Tante und Cousine sind uns nachgeflogen. Ueli hat sie in seinem frisch umgebauten Hinterhaus untergebracht.

Kaum angekommen, durften wir uns das zweite Mal als Hochzeitspaar präsentieren. Wir wussten nicht was passieren wird. Meine Schwester Olivia hat die Organisation der Schweizer Party in die Hände genommen und uns im Dunkeln gelassen. Nur so viel: Es war ein perfekter Abend. Alles hat gestimmt und nichts hat gefehlt. Wir sind Olivia und allen die beteiligt waren nach wie vor riesig Dankbar.

Hochzeit in der Schweiz

In der kommenden Woche war Sight-Seeing angesagt. Schliesslich wollte unser Besuch die Schweiz kennenlernen. Und so kam es, dass wir jeden Tag an einem anderen Ort gelandet sind.

Schlussendlich ist unser Besuch abgereist und wir haben uns für drei Tage nach Davos abgesetzt um uns von allen diesen Erlebnissen zu erholen. Und wir haben es genossen. Die Berge waren wunderschön. Leider war die Zeit viel zu Kurz und schon bald mussten wir uns bereit mache um wieder abzureisen nach

Südkorea

Das war eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp und ist gar kein eigenes Kapitel wert. Dennoch war es sehr interessant in dieser riesigen Stadt. Sehr eindrücklich war unserer Besuch an der Nordkoreanischen Grenze bevor wir noch am gleichen Tag nach

Kambodscha

Weitergereist sind. Home Sweet Home. Es war gut, wieder nach Kambodscha zu kommen. Bevor wir wieder mit Arbeiten angefangen haben mussten wir noch unseren Jetlag losbekommen und meine Wohnung für zwei Personen tauglich machen. Es ist unglaublich wie viel Material wir innerhalb dieser zwei ½ Jahren angesammelt haben.

Bei Web Essentials wurden wir mit grossen Freuden empfangen. Die ersten Tage waren sehr anstrengend. Viele Updates, neue Kunden, neue Projekte, etc. Aber das lässt sich nicht ändern nach einer so langen Absenz.

Wir werden in einem anderen Newsletter mehr über die Arbeit berichten. Ich würde gerne erst die Hochzeitsangelegenheiten abschliessen. Denn es geht noch weiter. In der Zwischenzeit haben wir noch eine letzte Hochzeit auf die Beine gestellt. Noch einmal buchen, noch einmal Einladungsliste, noch einmal Anzug und Hochzeitskleid. Auf dem Dach eines Hochhauses haben wir dann mit unseren Kambodschanischen und internationalen Freunden bei strömenden Regen unsere dritte und letzte Hochzeitsfeier gefeiert.

Nun ist die Hochzeit-Zeit vorbei. Wir durften drei Mal feiern. Wir durften mit so vielen wunderbaren Menschen anstossen. Es war eine riesige, unvergessliche Zeit.

Ich hoffe wir werden bald wieder schreiben können, denn es tut sich einiges hier in Kambodscha.

Übrigens, auf meine Webseite werdet ihr noch mehr Bilder finden.

Liebe Grüsse

Christoph und Mary Lüthy

 

 

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