Januar, 2012

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Alltag in Kambodscha und seine Fazetten

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Was unterscheidet sich von meinem Alltag hier in Kambodscha von meinem Alltag in der Schweiz? Mal abgesehen vom Wetter?
Das erste Jahr in Kambodscha war ein wenig ausserordentlich. Ich habe an vielen verschiedenen Orten gearbeitet und hatte viele Aufgaben. Root IT, Englisch unterrichten, Khmer lernen, im Büro aushelfen, etc. Doch seit ich bei Web Essentials bin sieht es ein wenig anders aus. Mein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr am morgen. Meine Pünktlichkeit lässt zu wünschen übrig. Das hat nicht nur mit mir zu tun, sondern auch mit dem massiven Verkehr. Web Essentials ist am einen Ende der Stadt, ich wohne am anderen Ende der Stadt. Noch vor einem Jahr brauchte ich für diese Distanz etwa 15 Minuten mit meinem Motorrad. Mittlerweile hat sich die Verkehrssituation derart verändert, dass ich 30 oder mehr Minuten brauche. Es gibt viel mehr Autos und die Anzahl Strassenampeln hat sich verdoppelt binnen nur eines Jahres. Eine negative Folge davon ist, dass ich Asthma diagnostiziert bekommen habe. Dinge wie Vergaser oder den Motor abstellen kennt man hier in Kambodscha nicht. Oder kaum.
Wir arbeiten eine 5 Tageswoche, 40 Stunden. Meine Anstellung ist 80%, damit ich an 2 Morgen Khmerunterricht nehmen kann. Dennoch läuft es darauf heraus, dass ich meine freien Morgen meistens im Büro verbringe.
Mein Arbeitstag ist intensiv. Kunden Gespräche, Emails beantworten, Verträge schreiben, Konzepte schreiben, Arbeitsaufwände schätzen, Interne Sitzungen, Mitarbeitergespräche, Kundenkontakte mit der Schweiz, etc. Immer wieder wird es sehr spannend wenn es um einen Vertragsabschluss geht. Es ist ein schönes Gefühl, einen Vertrag unter Dach und Fach zu kriegen.
Die grösste Schwierigkeit die wir hier haben ist, dass wir ein hochqualitäts Produkt verkaufen. Webseiten auf TYPO3 mit Maintenance Service und regelmässigen Schulungen. Die Konkurenz ist gross. Vor allem kleinere inhouse firmen verkaufen ihre Webseiten für sehr kleine Preise. Die Herausforderung besteht darin unsere potentiellen Kunden wegen Kosten und Wert der Kosten zu überzeugen.
Da viele unserer Kunden aus Europa kommen bedeutet das auch, dass ich von Zeit zu Zeit einen Abend im Büro verbringe. Auf Grund der Zeitverschiebung.

Ich verlasse das Büro meist erst wenn es dunkel ist. Nach dem Arbeiten gehe ich Khmer Boxen. Das tut gut und hält fit. Seit neuestem hat Phnom Penh auch ein Kino. Oder ich treffe mich mit freunden oder in unserem Schweizer Hauskreis. Aber da die Möglichkeiten in Phnom Penh sehr begrenzt sind verbringen wir auch viele Abende zu Hause, kochen oder schauen einen Film oder beides.

Am Sonntag gehen wir in die internationale Kirche. Mittlerweile spiele ich fast jeden Sonntag Schlagzeug. Nach dem Gottesdienst verbringen wir normalerweise Zeit mit unseren Freunden und gehen für gewöhnlich zusammen Mittagessen.

Und alles andere aufregende was um mich herum passiert versuche ich natürlich im Blog fest zu halten ;)

Männer und Frauen in Kambodscha

Donnerstag, Januar 19th, 2012

In meinen Khmer lektionen dreht es sich nicht nur um das sprechen, lesen und schreiben, sondern auch immer wieder um die hiesigen Bräuche und Gepflogenheiten.
Neuestens habe ich mich mit meinem Lehrer über die Position von Mann und Frau unterhalten. Denn eines steht für mich schon lange fest; als Frau in Kambodscha hat man es nicht einfach.
Eine traurige und schwierige Tatsache ist, dass Frauen in “Ehe-Material” und “Nicht-Ehe-Material” eingeteilt werden. Sexuelle Moral ist in Kambodscha sehr hoch geschrieben. Aber hinter dem Vorhang sieht es anders aus. Es wird oft früh geheiratet. Weil eine Aussereheliche Beziehung zwischen Mann und Frau nicht toleriert wird (in der Stadt noch eher als auf dem Land). Jetzt kommt dazu, dass viele verheiratete Männer noch ein “Sang-Sa” (Schatzi) nebenbei haben. Dies wäre dann eine oder mehrere Frauen der “Nicht-Ehe-Material” sorte. Mann findet sie vor allem in Karaoke Clubs. Es gibt unzählige Karaoke Klubs in Kambodscha. Von kleinen Lokalen bis zu ganzen Gebäuden. Karaoke ist mit Prostitution gleichzustellen. Wenn man einfach nur Karaoke singen gehen möchte, muss man wissen wo. Wie gesagt, haben viele Ehemänner noch eine Freundin nebenbei. Meist weiss die Ehefrau von dieser Beziehung und ignoriert sie. Es steht der Ehefrau nicht zu sich zu wehren.
Aber wie kann es passieren, dass Fremd gehen so kultiviert wird? Die genaue Antwort habe ich nicht. Denn es widerspricht eigentlich absolut der Kambodschanischen tradition. Dennoch haben die Männer die Möglichkeit sich ohne grossen Aufwand im Tempel wieder rein zu waschen. Diese Möglichkeit bleibt einer Frau verwehrt. Eine Frau, die unehelichen Geschlechtsverkehr hatte gilt als befleckt und wird geächtet. Sie wird zum “Nicht-für-Ehe” Material.
Dies ist auch der Grund wiso eine Scheidung oder eine Trennung für eine Frau Verheerende Folgen haben kann. Sie wird verstossen und die Chance dass sie wieder einen Ehemann findet sind sehr klein.
Mein Lehrer hat mir erklärt, dass man die Frauen als Papier und die Männer als Seife bezeichnet. Macht eine Frau etwas das nicht den Erwartungen entspricht, so wird das Papier besudelt. Das Papier kann bis zu einem gewissen grad wieder gesäubert werden, aber wird nie mehr so aussehen wie zuvor. Sprich sie wird ihr Vergehen nie mehr richtig los. Männer werden als Seife bezeichnet, weil eine Seife gut riecht. Auch wenn Seife in schmutziges Wasser wirft riecht sie noch immer gut.

Bitte beachtet, dass dieser Text nicht meine Meinung wiederspiegelt, sondern das eine Auslegung von dem ist, was ich hier gehört, gesehen und gelernt habe.

Zum neuen Jahr

Sonntag, Januar 15th, 2012

es ist a der zeit dass ich wieder mal etwas schreibe. die zeiten sind hektisch. auch hier in kambodscha ist viel los.
die weihnachtszet ist vorbei. mein weihnachtsbaum ist wieder in die schachtel verstaut worde. zum zweiten mal.
wir hatten ein wndervolles fest mit freunden am sylvesterabend. wir haben ein boot gemietet auf dem tonle sap und sind fuer drei stunden auf dem wasser hin und her gegondelt. etw fuenfzig leute sind gekommen. dreissig haette ich hoechstens erwartet. das tollste war , dass mein lieber freund und tuktuk fahrer mit uns gekommen ist und seine familie mitgebracht ht. kon und ich wurden zu sehr guten freunden. wir unterhalten uns stundenlang auf khmer. danke hierbei an devid und anna. ich bin nach wie vor mit der khmer schrift beschaeftigt. ein riesen projekt. aber mein lehrer sothea macht eine super job. nach wie vor. er hat uebrigens mittlerweile geheiratet. das war ein ganz spezieller anlass.
in der arbeit ist es sehr intensiv im moment. aber ich bin gluecklich,dass ich ein paar wichtige erfolge erzielen durfte. keider hoert mein mitarbeiter makara auf ende monat auf. es wird sehr schwierig werden ene ersatz zu finden. aber ich freue mich auch darauf jemand neues in mein feld einarbeiten zu duerfen.
und a der hochzeitsfront geht natuerlich die post ab. die fluege sind gebucht. die daten festgelegt und kommuniziert. die gaestelisten sind geschrieben, das restaurant gefunden und die ehevorbereitung via skype mit marys pastor sind super interessant. wir freuen uns sehr bis es soweit ist. aber es wartet noch unglaublich viel arbeit auf uns. und auch schwierige entscheidungen muessen gefaellt werden. aber es fuehlt sich sehr gut an zu spueren wie viele von euch sich mit uns mitfreuen.
bitte entschuldigt die fehlenden kommas. ic schreibe diesen eintrag auf einem sehr schreibeunfreundlichen geraet. aber es klappt. bis zum naechsten mal.